https://www.faz.net/-gqe-93d2r

Elektroautohersteller : Tesla wieder mit hohen Verlusten

Ein Prototyp von „Model 3“ von Tesla Bild: Reuters

Die Quartalszahlen stimmen nicht mit den Erwartungen überein: Der Elektroautohersteller enttäuscht – und verschiebt die Produktionsziele für das „Model 3“ nach hinten.

          2 Min.

          Der Elektroautohersteller Tesla hat in seinem am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalsbericht abermals einen hohen Verlust ausgewiesen und warnte außerdem, die Produktion seines neuen Produkts „Model 3“ nicht so schnell hochfahren zu können als ursprünglich vorausgesagt. Der Aktienkurs fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um 4 Prozent. Tesla hat allgemein zuletzt etwas Sympathien an der Börse eingebüßt. Die Aktie kostet heute in etwa so viel wie vor sechs Monaten, wohingegen zum Beispiel der etabliertere Wettbewerber General Motors in diesem Zeitraum einen deutlichen Kursgewinn schaffte.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Umsatz von Tesla stieg im dritten Quartal um 30 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar und lag leicht über den Erwartungen. Dabei wies das Unternehmen aber einen Nettoverlust von 671 Millionen Dollar aus, nachdem es im Vorjahr noch einen der wenigen Quartalsgewinne seiner Geschichte geschafft hatte.

          „Model 3“ für Tesla sehr wichtig

          Der Verlust je Aktie von 2,92 Dollar war um 63 Cent höher als erwartet. An den Finanzmärkten gab es in jüngster Zeit auch Sorgen um den hohen Verbrauch von Barmitteln. Um seine Liquidität zu stärken, hat Tesla im vergangenen Quartal einen Anleihe in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar begeben. Wie jetzt mitgeteilt wurde, lagen die Barmittel Ende September bei 3,5 Milliarden Dollar, drei Monate zuvor waren es 3,0 Milliarden Dollar.

          Tesla rechnet nun damit, vom neuen Model 3 bis Ende des ersten Quartals nächsten Jahres 5000 Exemplare je Woche herstellen zu können. Das Erreichen dieser Produktionsrate hatte das Unternehmen zunächst bis Ende dieses Jahres vorausgesagt, aber es kämpft mit Engpässen in Fertigung. Es hatte auch schon das Ziel verfehlt, im dritten Quartal 1500 Autos des neuen Modells zu produzieren. Stattdessen waren es nur 260. Tesla hat das Model 3 erstmals im Juli ausgeliefert.

          Das Auto ist für das Unternehmen sehr wichtig. Es kostet in seiner Basisversion 35.000 Dollar (rund 30.000 Euro) und ist damit viel billiger als die bisherigen beiden Produkte, die Limousine Model S und der Geländewagen Model X. Tesla hofft, mit dem Model 3 über seinen bisherigen Rang als Nischenanbieter hinauszukommen und einen breiteren Markt zu erschließen. Im August teilte Tesla mit, 455000 Bestellungen für das Model 3 zu haben und damit ein Vielfaches der bisherigen jährlichen Absatzmenge, nun hieß es, die Zahl sei im abgelaufenen Quartal weiter deutlich gestiegen.

          Tesla beteuerte, es gebe keine „fundamentalen Probleme“ in der Lieferkette oder in den Produktionsprozessen. Es sei aber schwierig, genau vorherzusagen, wann die gegenwärtigen Engpässe in der Fertigung verschwinden oder wann neue auftauchen. Tesla hatte schon mit früheren Autos wie dem Model X Schwierigkeiten in der Produktion.

          Während der Hersteller noch damit kämpft, die Fertigung des Model 3 in den Griff zu bekommen, bereitet er schon die Erweiterung seiner Produktpalette vor. Er teilte mit, am 16. November einen elektrisch betriebenen Lastwagen vorstellen zu wollen. Tesla hat auch schon über ein geplantes „Model Y“ gesprochen, einen kompakten Geländewagen, der 2019 oder 2020 herauskommen soll.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wieder geöffnet nach langem Lockdown: Deutschlands Friseure

          Lohnpolitik von der SPD : Riskanter Mindestlohnwahlkampf

          Getrieben von ihren schlechten Umfragewerten bricht die SPD mit dem Konsens, der hierzulande einmal hinter dem Mindestlohn stand. Hoffentlich fallen die Wähler nicht darauf herein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.