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Elektroautohersteller : Ein Dämpfer für Tesla

Hält Tesla für dauerhaft profitabel: Elon Musk Bild: Reuters

Vor drei Monaten überraschte Tesla die Analysten mit starken Zahlen, nun muss der Elektroautohersteller weniger Gewinn verkünden. Doch 2019 hat man Großes vor.

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          Der Elektroautohersteller Tesla hat in seinem am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalsbericht weniger Gewinn ausgewiesen als noch vor drei Monaten und lag mit seinem Ergebnis auch unter den Erwartungen von Analysten. Der Aktienkurs des Unternehmens notierte nachbörslich zeitweise mehr als vier Prozent im Minus.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Tesla hatte mit seinen letzten Geschäftsergebnissen vor drei Monaten noch für eine positive Überraschung gesorgt und zum ersten Mal seit längerer Zeit einen Nettogewinn gemeldet. Teslas Vorstandsvorsitzender Elon Musk sagte damals, von nun an werde man dauerhaft profitabel sein.

          Er hat allerdings vor rund zwei Wochen die Erwartungen schon wieder etwas gedämpft. Damals verkündete er einen Abbau von sieben Prozent aller Stellen, was rund 3000 Arbeitsplätzen entsprechen dürfte, und er sagte, der Gewinn des Unternehmens dürfte im abgelaufenen Quartal niedriger ausgefallen sein.

          Tatsächlich meldete Tesla jetzt einen Nettogewinn von 139 Millionen Dollar, was zwar eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Verlust von 675 Millionen Dollar im Vorjahr war, aber hinter dem Gewinn von 312 Millionen Dollar aus dem vorangegangenen Quartal zurückblieb. Das Ergebnis je Aktie von 1,93 Dollar verfehlte die Erwartungen der Analysten um 23 Cent.

          Tesla-Aktie

          TESLA INC. DL -,001

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          Tesla hatte aber auch gute Nachrichten. So stieg der Bestand an liquiden Mitteln, eine an den Finanzmärkten aufmerksam beobachtete Kennzahl, in den vergangenen drei Monaten um 718 Millionen auf 3,7 Milliarden Dollar an. Teslas Liquiditätspolster ist nicht zuletzt deshalb von Bedeutung, weil das Unternehmen im März 920 Millionen Dollar an Schulden zurückzahlen muss.

          Große Pläne für 2019

          Tesla hat ein ereignisreiches Jahr vor sich. Im ersten Quartal soll das „Model 3“, das jüngste Auto aus der Produktpalette des Unternehmens, erstmals in Europa ausgeliefert werden. In Schanghai hat Tesla gerade den Grundstein für eine weitere Produktionsstätte gelegt, die noch bis Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Das chinesische Werk soll Tesla dabei helfen, größere Stückzahlen für das Model 3 fertigen zu können. Das Unternehmen hatte in den vergangenen beiden Jahren in seinem kalifornischen Stammwerk große Schwierigkeiten, die Produktion für das Auto hochzufahren. Bis Ende 2019 hofft es nun, in Kalifornien und Schanghai zusammen auf eine wöchentliche Produktion von rund 10.000 Einheiten zu kommen.

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          Vorstandsvorsitzender Elon Musk versprach in einer Telefonkonferenz auch weitere Produktneuheiten. So stellte er in Aussicht, noch in diesem Jahr einen Pick-Up-Transporter zu präsentieren. Tesla arbeitet außerdem am „Model Y“, einem sogenannten „Crossover“, also eine Art Kombination aus sportlichem Geländewagen (SUV) und klassischer Limousine.

          Große Herausforderungen

          Das neue Jahr bringt für Tesla auch einige Herausforderungen. Auf dem amerikanischen Heimatmarkt wurde die staatliche Förderprämie für die Anschaffung eines Autos von Tesla von 7500 auf 3750 Dollar zum Jahreswechsel halbiert, Mitte 2019 wird sie weiter auf 1875 Dollar sinken und dann Anfang 2020 ganz verschwinden. Tesla sagte jetzt, die absehbare Reduzierung der Prämie habe gerade bei den beiden älteren Produkten Model S und Model X für zusätzliche Verkäufe im alten Jahr gesorgt, die nun aber im ersten Quartal dieses Jahres fehlen werde. Tesla erwartet daher einen Rückgang bei den Auslieferungen dieser Modelle im Vergleich zum Vorjahr.

          Insgesamt lieferte der Ausblick auf das erste Quartal ein gemischtes Bild. Tesla sagte einen „sehr kleinen Gewinn“ voraus und nannte selbst das „optimistisch“. Das Restrukturierungsprogramm werde in diesem Zeitraum das Ergebnis belasten. Tesla hoffe aber, in jedem Quartal dieses Jahres einen Gewinn zu erzielen.

          Und das Unternehmen nimmt sich vor, insgesamt zwischen 360.000 und 400.000 Autos auszuliefern, was einem Zuwachs von 45 bis 65 Prozent im Vergleich zu 2018 entsprechen würde. Elon Musk sagte, selbst im Falle einer globalen Rezession rechne er damit, die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge um 50 Prozent steigern zu können.

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