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Einzelhandel : Karstadt will sich mit Immobilien-Geschäft entschulden

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Thomas Middelhoff freut sich über das Geschäft zu Weihnachten Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der Handelskonzern prüft den Verkauf oder Börsengang seines Immobilienvermögens und will damit 2006 schuldenfrei werden. Die Restrukturierung komme gut voran, und das Weihnachtsgeschäft laufe besser als im Vorjahr, so der Konzern.

          Der Handelskonzern Karstadt-Quelle prüft einen Verkauf oder Börsengang seines milliardenschweren Immobilienvermögens und will damit 2006 schuldenfrei werden.

          „Das Unternehmen prüft derzeit, welche Optionen bestehen, um das Immobilienvermögen konsequenter zu nutzen“, teilte der Konzern am Donnerstag in Düsseldorf mit. Optionen seien ein Verkauf oder eine Abtrennung mit anschließendem Börsengang. Die Investmentbank Goldman Sachs sei bereits mit der Organisation der Transaktion beauftragt. „Mit der Trennung von den Immobilien ist eine vollständige Entschuldung des Konzerns verbunden“, erklärte Konzernchef Thomas Middelhoff.

          Finanzielles Sicherheitspolster durch neues Darlehen

          Bereits zum Jahresende 2005 sollten die Nettofinanzverbindlichkeiten auf unter 2,8 Milliarden Euro gesenkt werden, hieß es weiter. Unter anderem wird dazu die Karstadt Hypothekenbank im Tausch gegen die Beteiligung an der Quelle Neckermann Versand Finanz GmbH in den Karstadt-Quelle Pensionsfonds eingebracht. Dadurch verringerten sich die Verbindlichkeiten in den Büchern des Konzerns um rund eine Milliarde Euro.

          Um kurzfristig für ein Sicherheitspolster in den Konzernfinanzen zu sorgen, will der Handelskonzern ein neues Darlehen mit einer Laufzeit von 48 Monaten in Höhe von 300 Millionen Euro aufnehmen. „Wir legen den Konzernfinanzen quasi einen Airbag an“, sagte Finanzvorstand Harald Pinger.

          Der Konzern trennte sich im Rahmen seines Desinvestitionsprogramms zudem von einem Paket mit 40 Logistikimmobilien, die für „deutlich mehr als 400 Millionen Euro“ vorrangig an internationale Investorengruppen veräußert worden und zum Teil zurück gemietet worden seien. Zu den Objekten gehöre das Quelle-Logistikzentrum in Leipzig, das von IXIS Capital Partners übernommen werde. 36 Immobilien etwa in Berlin, Hamburg und Düsseldorf übernimmt die britische Slough Estates International. Slough erklärte, das Paket sei für 163,2 Millionen Euro übernommen worden.

          Einige Bereich entwicklen sich besser als erwartet

          Karstadt-Quelle sei nun „operativ und finanziell wieder stabil und planbar“, teilte Middelhoff auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf mit. Die Entwicklung in den Bereichen Warenhaus, Dienstleistungen, Immobilien und Reisen bewege sich „am obersten Rand unserer Erwartungen“. „Diese Bereiche liegen aktuell über Plan“, betonte er. Das Touristikgeschäft von Thomas Cook sei „ein Kerngeschäft“ des Konzerns, unterstrich er.

          Im laufenden Weihnachtsgeschäft hat Karstadt-Quelle bislang einen höheren Umsatz verbucht als im Vorjahreszeitraum. „Wir liegen nach sieben Verkaufstagen 13 Prozent über dem Vorjahr und elf Prozent über unseren Planungen“, sagte Middelhoff. Vor allem die modernisierten und umgebauten Häuser in Potsdam, Wiesbaden, Hamburg und Berlin hätten sich deutlich verbessert.

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