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Einstieg bei Chrysler : Fiat lässt sich nicht entmutigen

  • Aktualisiert am

Fiat und Chrysler: Ende April hatte Barack Obama den Einstieg der Italiener verkündet Bild: dpa

Trotz neuer juristischer Hürden will Fiat an der Übernahme der Chrysler-Mehrheit festhalten. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte den Einstieg bei Chrysler am Montag vorerst aufgeschoben, um Berufungsanträge zu prüfen.

          Fiat will trotz neuer juristischer Hürden an der Übernahme der Chrysler-Mehrheit festhalten. Der Autobauer werde aus dem Vertrag auch dann nicht aussteigen, falls die Frist bis zum 15. Juni nicht eingehalten werde, sagte ein Fiat-Sprecher am Dienstag.

          Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte den geplanten Einstieg am Montag blockiert. Die Anordnungen des Insolvenzrichters für den Verkauf seien bis auf weiteres ausgesetzt, hatte eine Richterin erklärt. Ursprünglich wollte Fiat den Kauf bereits Ende vergangener Woche abschließen. Sollte das Geschäft bis 15. Juni nicht abgewickelt sein, hat Fiat die Möglichkeit, von der Übernahme Abstand zu nehmen.

          Fonds wollen Zeit für Berufungsanträge

          Zwei Pensionsfonds für Polizisten und Lehrer in Indiana sowie ein staatlicher Bauprojektfonds hatten geklagt. Chrysler steht bei ihnen mit rund 42 Millionen Dollar in der Kreide. Die drei Pensionsfonds werfen dem Finanzministerium vor, sie seien im Insolvenzverfahren als Inhaber von besicherten Anleihen im Vergleich zu den Gewerkschaften schlechter behandelt worden.

          Nach dem Sanierungsplan, dem 92 Prozent der Gläubiger zugestimmten, sollen die Geldgeber nur etwa 29 Cent für jeden Dollar zurückbekommen, den Chrysler ihnen schuldet. Die amerikanische Regierung habe das Konkursrecht verletzt, um den Konzern möglichst schnell aus der Insolvenz zu führen. Sie zweifelten zudem daran, dass die Staatshilfen für Chrysler verfassungskonform zustandegekommen seien.

          Rückschlag im Sanierungsprozess

          Für Chrysler, Fiat und die amerikanische Regierung ist der Richterspruch ein herber Rückschlag. Ende April hatte der amerikanische Präsident angekündigt, Fiat werde zunächst mit 20 Prozent bei Chrysler einsteigen und später auf 35 Prozent aufstocken (siehe Autokrise: Obama verkündet Chryslers Allianz mit Fiat). Die Italiener sollen die von Chrysler dringend benötigte Spritspar-Technologie und Kleinwagen-Modelle einbringen.

          Die amerikanische Regierung hatte das Geschäft zwischen Chrysler und Fiat vermittelt und mit Bürgschaften in Milliardenhöhe abgesichert. Das Blitzverfahren gilt auch als Testlauf für den ebenfalls insolventen General-Motors-Konzern. Chrysler hat 38 000 Beschäftigte in den Verreinigten Staaten und 54 000 weltweit.

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