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Einsparungen : Opel droht in Bochum mit Produktionstopp für 2015

  • Aktualisiert am

Opel-Werk in Bochum Bild: dpa

Die Konzern-Führung macht Druck: Entweder einigen sich Arbeitgeber und -nehmer schnell auf „beträchtliche Einsparungen“, oder in Bochum wird ab 2015 nicht mehr produziert - ein Jahr früher als geplant.

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          Der kriselnde Autobauer Opel droht seinen Arbeitnehmern mit dem Aus der Autofertigung in Bochum schon im Jahr 2015. Aufsichtsrats-Chef Steve Girsky forderte am Dienstag in Bochum nach dpa-Informationen eine schnelle Einigung auf „beträchtliche Einsparungen“ an allen deutschen Standorten.

          „Ich habe darum gebeten, dass die Opel-Geschäftsleitung und die Sozialpartner noch im Februar zu einer Lösung kommen. Unser „Deutschland-Plan“ muss dann stehen“, schrieb Girsky in einem Brief an die Mitarbeiter. Andernfalls werde die Zafira-Produktion in Bochum zum 1. Januar 2015 enden, die Fertigung in Bochum werde dann komplett eingestellt.

          Zähe Verhandlungen

          Die zähen Verhandlungen zur Zukunft der deutschen Standorte sollten ursprünglich im Oktober 2012 abgeschlossen werden. Bislang hatte Opel angekündigt, die Produktion in Bochum 2016 einzustellen.

          In dem Werk könnten bis zu 3000 Stellen wegfallen. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel hat angekündigt, die Belegschaft noch im Laufe des Dienstags über den Stand der Verhandlungen informieren zu wollen.

          Scharfe Kritik von der IG Metall

          IG Metall-Chef Berthold Huber kritisierte Opel scharf. „Eine derart schlecht geführte und vorbereitete Verhandlung, wie sie das Management von Opel seit dem Frühsommer letzen Jahres bietet, habe ich in meiner langen Tarifkarriere noch nie erlebt, und das heißt was“, sagte Huber in Frankfurt. Zu Girskys Schreiben wollte er sich nicht äußern.

          Die Verhandlungen über die Auslastung der Opel-Werke waren über den Jahreswechsel unterbrochen worden. Am Dienstag begannen Girsky zufolge neue Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.

          Opel leidet wie andere Massenhersteller massiv unter den Verkaufseinbrüchen in Westeuropa. Die Opel-Muttergesellschaft General Motors hatte im vergangenen Jahr eine Allianz mit dem französischen Autobauer Peugeot  geschmiedet, um das Europageschäft zu sanieren. Die Zusammenarbeit fällt allerdings deutlich kleiner aus als anfangs gedacht. Vor einigen Wochen einigten sich die Partner auf die gemeinsame Entwicklung von drei Fahrzeugmodellen und für ein Gemeinschaftsunternehmen zum Einkauf von Material und Teilen.

          Gerüchte über einen möglichen Verkauf von Opel an Peugeot hat GM mehrfach dementiert. Damit sind Opel und Peugeot darauf angewiesen, ihre überlebenswichtigen Einsparungen zunächst auf die eigene Faust durchzusetzen.

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