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Einigung : Tarifabschluss in der Chemieindustrie

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Mehr Geld für die Chemie-Beschäftigten Bild: AP

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich geeinigt: Die 550.000 Beschäftigten der Chemie-Industrie in Deutschland bekommen 3,6 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung.

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          Die 550.000 Beschäftigten der Chemie-Industrie in Deutschland bekommen insgesamt 4,3 Prozent mehr Geld. Darauf einigten sich die Tarifpartner bei der zweiten Verhandlungsrunde am Donnerstag in Lahnstein. Die Einigung sieht eine generelle Lohnerhöhung um 3,6 Prozent plus einen Zuschlag von weiteren 0,7 Prozent vor, wie der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BACV) und die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) mitteilten. Dieser Zuschlag wird zwar wie die 3,6-prozentige Erhöhung für die gesamte Laufzeit von 13 Monaten gewährt, kommt aber als Einmalzahlung zwischen 1. April und 30. Juni zur Auszahlung.

          Insgesamt hat die Tarifeinigung eine Laufzeit von 14 Monaten. Im ersten Monat wird aber nur ein pauschaler Mehrbetrag von 70 Euro je Arbeitnehmer gezahlt, die eigentliche Erhöhung greift dann ab dem zweiten Monat.
          Der neue Tarifvertrag entspricht weitgehend den Forderungen der Gewerkschaft, die einen „Einigungs-Korridor“ zwischen 4,0 und 4,5 Prozent erreichen wollte. „Prozentzahl und Einmalzahlung ergeben ein Einkommensplus von 4,3 Prozent“, sagte der IB-BCE-Verhandlungsführer Werner Bischoff. Dies sei ein „anständiger Kompromiss“ und entspreche der Branchenlage, fügte Bischoff hinzu.

          Ohne konkretes Angebot gestartet

          Die Arbeitgeber waren in die Verhandlungen gegangen, ohne ein konkretes Angebot zu nennen. Der Sprecher des BACV, Burkhard Jahn, bezeichnete es als wichtig, einen Tarifabschluss zu erzielen, der auch für kleinere und mittlere Unternehmen bezahlbar sei. Mit einer kurzen Laufzeit könne man besser auf sich ändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der chemischen Industrie reagieren, sagte Jahn.

          Der Beginn der Laufzeit unterscheidet sich nach Tarifbezirken. In den Bezirken Hessen, Nordrhein und Rheinland-Pfalz tritt die Einigung bereits rückwirkend zum 1. Februar in Kraft, in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin (West), Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Westfalen zum 1. März und im Saarland zum 1. April.

          Ausbildungsvertrag verlängert

          Darüber hinaus wurde der Ausbildungsvertrag, der zum Jahresende ausläuft, bis 2010 verlängert. Die Unternehmen wollen 2007 und 2008 insgesamt 16 800 neue Ausbildungsplätze anbieten. Dies entspricht ebenfalls der gewerkschaftlichen Forderung.

          Nachdem die erste Verhandlungsrunde am 8. Februar ergebnislos vertagt worden war, hatten die Beschäftigten in den vergangenen Wochen auf mehreren regionalen Protestveranstaltungen ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Auch am Donnerstagmorgen demonstrierten noch einmal rund 50 Gewerkschaftsmitglieder mit Transparenten und Trillerpfeifen im Tagungshotel in Lahnstein.

          Der Tarifabschluss in der Chemie-Industrie gilt als Richtschnur auch für die Tarifverhandlungen in den anderen Branchen für dieses Jahr.

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