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Deutscher Chemiekonzern : Neue Untersuchung hilft Bayer in Glyphosat-Diskussion

  • -Aktualisiert am

Hauptkunden: Bauern in Nord- und Südamerika Bild: AFP

Der Pharma- und Agrarchemiekonzerm Bayer kämpft an verschiedenen Fronten um seinen Herbizid-Wirkstoff. Nun kann er neue Hoffnung schöpfen.

          2 Min.

          Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer kämpft an verschiedenen Fronten um seinen Herbizid-Wirkstoff Glyphosat: In den Vereinigten Staaten vor Gericht und in der Europäischen Union auf politischer Ebene, wo es um die Wiederzulassung des Unkrautvernichtungsmittels geht. Dabei hat der Dax-Konzern nun durch eine von der Europäischen Kommission beauftragten Studie in seiner Argumentation Rückhalt bekommen, dass das Mittel nicht krebserregend sei. Das ist im Grunde der Streitpunkt, der sowohl in der juristischen Auseinandersetzung, als auch in der Risikobewertung für eine abermalige Zulassung wichtig ist.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die Prüfbehörden in Frankreich, den Niederlanden, Schweden und Ungarn sind in ihrer Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass „Glyphosat die Zulassungskriterien für die menschliche Gesundheit erfüllt“. Das Mittel schädige weder das Erbgut, noch sei es krebserregend. Es gebe kein Risiko für Verbraucher bei sachgemäßer Anwendung, was sich aus tausenden Studien, statistischen Analysen und Tierversuchen ergebe, teilten die Berichterstatter in ihrem Bewertungsbericht mit.

          Landwirte in Amerika

          Auf Anfrage begrüßte Bayer die Ergebnisse des Berichts, er bestätige „die Schlussfolgerungen führender Gesundheitsbehörden“, sagte ein Sprecher. Gyphosatbasierte Produkte stellten kein Risiko für die menschliche Gesundheit dar. Gleichwohl ist der Bericht nur ein erster, kleiner Zwischenschritt in dem Prozess: Am Mittwoch wurde er der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) übermittelt. Die Behörden werden von September an eine sechzigtägige Konsultation starten.

          Dabei können nicht nur die Mitgliedsstaaten und die Antragssteller, zu denen neben Bayer auch andere Hersteller von Glyphosatprodukten wie etwa der Schweizer Chemiekonzern Syngenta gehören, ihre Kommentare abgeben, sondern auch die Öffentlichkeit, also etwa Nichtregierungs- und Umweltschutzorganisationen. Eine endgültige Empfehlung der EFSA ist erst im zweiten Halbjahr 2022 zu erwarten. Die EU-Kommission hatte Ende 2017 die Zulassung von Glyphosat um fünf Jahre verlängert und muss nun neu entscheiden.

          Manche EU-Mitgliedsstaaten gehen indes eigene Wege: So hat der Nationalrat in Österreich kürzlich ein Teilverbot für den Einsatz von Glyphosat beschlossen, aber die Landwirtschaft davon ausgenommen. Dort wird das Produkt vor allem eingesetzt. In Deutschland soll der Einsatz von Pflanzenschutzmittel zunächst eingeschränkt und Ende 2023 vollständig verboten sein.

          Der Heimatmarkt ist für Bayers Glyphosat-Umsätze nicht sonderlich wichtig, die wichtigsten Abnehmer sind die Landwirte in den Vereinigten Staaten und in Mittel- und Südamerika, vor allem in Mexiko und Brasilien. Jedoch kämpft Bayer eben um den Ruf des Mittels, wobei Verbote von Ländern dem Unternehmen nicht helfen. Vor allem, wenn es dann um den Gerichtsstreit geht: In Amerika stehen die Leverkusener seit der 63-Milliarden-Dollar schweren Übernahme von Monsanto inzwischen mehr als 96.000 Klägern gegenüber, die angeben, wegen Glyphosat an Krebs erkrankt zu sein. Ein milliardenschwerer Vergleich ist zuletzt ins Stocken geraten.

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