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Opioid-Krise : Amerikas Schmerz

Opioid-haltige Schmerzmittel. Bild: dpa

Als Hauptschuldiger für die Opioid-Krise in Amerika gilt nun die Firma Purdue Pharma. Doch es gibt viel mehr Verantwortliche: medizinische Überzeugungstäter, willige Patienten und ganz besonders die Politik.

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          Die amerikanische Öffentlichkeit hat einen Hauptschuldigen für die Opioid-Krise gefunden. Es ist die Firma Purdue Pharma der Familie Sackler. Sie hat das berüchtigte Oxycontin entwickelt. Mehr als 2000 Klagen von Bundesstaaten, Kommunen, Krankenhäusern und Privatpersonen sind inzwischen gegen das Unternehmen eingereicht worden. Das Management hat in den aktuellen Vergleichsgesprächen offenbar angeboten, Purdue in eine öffentliche Stiftung zu verwandeln, die ihre Gewinne ausschließlich zur Entschädigung der Opfer der schweren Gesundheitskrise verwendet. Die Unternehmerfamilie soll zusätzliche Milliarden Dollar zum Entschädigungstopf beisteuern.

          Der Umgang mit Purdue Pharma hinterlässt ein ambivalentes Gefühl. Man möchte die Unerschrockenheit bewundern, mit der Amerikas Staats- und Rechtsanwälte dem milliardenschweren Unternehmen die Hölle heißmachen. Sie stillen damit die Sehnsucht der Gesellschaft, einen Schuldigen für das Leid dingfest zu machen, das die Rauschgiftkrise in viele Familien und Gemeinden gebracht hat. Zugleich ist man abgestoßen von den durch die Juristen gespeisten Kampagnen, die dem Zweck dienen, die angeklagte Firma öffentlich vorzuverurteilen, um sie zu einem kostspieligen Vergleich zu zwingen.

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