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Deutsche-Bank-Kommentar : Ein Hedgefonds als Erlöser

Ist die Deutsche Bank an der Börse gerade günstig bewertet? Bild: dpa

Ein öffentlich unbekannter Hedgefonds setzt auf die Deutsche Bank. Hat er erkannt, was in dem kleingeboxten Geldhaus steckt?

          Es sind seltsame Zeiten in der Deutschen Bank. Da erscheint ein in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannter Hedgefonds aus New York, hat fast die Hälfte der von ihm verwalteten Kundengelder in die Bank investiert und sich damit zu einem der wichtigsten Aktionäre hochgespielt.

          Noch vor wenigen Jahren hätte ein solches Szenario wohl die Alarmglocken schrillen lassen. Heute aber, nachdem die Bank einen beispiellosen Niedergang in Bedeutung und Börsenwert hinter sich hat, erscheint der frühere JP-Morgan-Banker Douglas Braunstein mit seinem Fonds geradezu wie der Erlöser: Der Erste, der endlich erkennt, wie viel Potential in der kleingeboxten Bank noch steckt, der sieht, dass bei einem Aktienkurs von 8,50 Euro nun wirklich der Einstiegspreis erreicht ist und es nur noch aufwärts gehen kann? Vorstandschef Sewing super, Strategie super.

          Gut möglich, dass Braunstein tatsächlich einfach ein Schnäppchen erkannt hat, das er als früherer Wettbewerber gut einschätzen kann. Doch Fragen wirft sein Einstieg schon auf: etwa welche Rolle die alte JP-Morgan-Connection zu Matt Zames von Cerberus spielt.

          Rechtlich ist ein gemeinsames Vorgehen der beiden Investoren streng verboten. Und auch, dass Braunstein gleich zum Einstand sagt, dass die Bank mehr Profit aus ihren Kundeneinlagen schlagen sollte, gibt zu denken. In beiden Fällen sollte die Aufsicht sehr genau hinschauen.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

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