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Knorr-Bremse AG : Abschied vom liebsten Kind

Heinz Hermann Thiele nimmt zumindest teilweise Abschied von seinem Lieblingskind Knorr-Bremse AG und bringt es an die Börse. Bild: Thorsten Jochim / VISUM

Heinz Hermann Thiele sieht an der Börse die Zukunft für Knorr-Bremse. Den Generationenwechsel hat er sich selbst verbaut – zu dominant ist er gewesen.

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          Geld kann nicht über alles hinweg trösten. So ist es ein durchaus schmerzhafter Weg für Heinz Hermann Thiele, den er mit dem bevorstehenden Börsengang der Knorr-Bremse AG nun beschreitet. Einer, der sich zu den Reichsten unter den Deutschen zählen darf, braucht nicht die Milliarden aus dem Verkauf seiner Aktien. Das Unternehmen benötigt auch kein Geld, so solide und erfolgreich, wie es aufgestellt ist. Aber es braucht eine Zukunft. Ein Familienunternehmen kann der Münchner Hersteller von Bremssystemen für Nutzfahrzeuge und Züge nicht mehr sein.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Thiele ist 77 Jahre alt. Formal hat er sich aus dem operativen Geschäft mit dem Ausscheiden als Aufsichtsratsvorsitzender 2016 längst zurückgezogen. Aber hat er Einfluss und Macht aufgeben? Nie im Leben! Es ist diese Dominanz, die einen Generationenwechsel unmöglich gemacht hat. Sohn Henrik Thiele, 50 Jahre, sollte als Nachfolger aufgebaut werden, nachdem er – weit weg von Vatern – erfolgreich das Geschäft mit Zugbremsen im wichtigen Markt Asien gesteuert hatte. 2015 sollte er in den Vorstand aufsteigen, zehn Jahre nach dem beruflichen Einstieg in den Familienbetrieb. Dazu kam es nicht. Der Junior hat sich mit dem Patriarchen zerstritten, trat gar nicht erst an und ist heute selbständig, etwa als Financier von Start-Ups.

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