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Klöckner-Chef Kerkhoff : Vom Hochofen in den Stahlhandel

Guido Kerkhoff Bild: Hagemann, Insa

Nach den einstigen Grabenkämpfen bei Thyssenkrupp erhält Kerkhoff als Vorstandsvorsitzender bei Klöckner & Co eine zweite Chance. Rechnen muss er damit, dass sein Neustart wie ein Abstieg wirkt.

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          Einen besseren Auftakt hätte sich Guido Kerkhoff kaum wünschen können. Auf seiner ersten Pressekonferenz als neuer Vorstandsvorsitzender des Stahlhändlers Klöckner & Co hatte er hervorragende Nachrichten für die Aktionäre dabei. Nie zuvor seit dem Börsengang im Jahr 2006 hat das Duisburger Unternehmen operativ so gut verdient wie im abgelaufenen zweiten Quartal. Die Werkstoffmärkte sind leer gefegt, die Preise auf Höchstständen. Auch für die kommenden Monate sieht es hervorragend aus, Kerkhoff strotzt vor Optimismus. Und macht den Aktionären deshalb Hoffnung, dass sie nach drei Jahren Abstinenz wieder mit einer Ausschüttung rechnen können: „Ein Rekordergebnis ist immer eine gute Basis, um über eine Dividende nachzudenken“, formulierte er – und wird den Moment genossen haben.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Welch ein Unterschied zu seinen Zeiten bei Thyssenkrupp. Erst als Finanzchef und später als Vorstandsvorsitzender des Essener Stahl- und Industriekonzerns hatte er dort seit 2011 eigentlich nur Hiobsbotschaften zu verkünden. Im Führungschaos nach dem Doppelrücktritt von Vorgänger Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner war er im Sommer 2018 an die Spitze gerückt. Aber auch Kerkhoff gelang es nicht, das Ruder herumzureißen. Im September 2019 trennten sich die Wege, und die einstige Bosch-Managerin Martina Merz übernahm das Ruder.

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