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Ehemaliger SAP-Chef : Bill McDermott geht mit Spitzengehalt

Bill McDermott, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Softwarekonzerns SAP Bild: dpa

Der frühere SAP-Chef Bill McDermott hat im vergangenen Jahr 15,18 Millionen Euro erhalten – deutlich mehr als seine Nachfolger. Er hat dabei vor allem vom langjährigen Anreizsystem des Softwarekonzerns profitiert.

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          Der bei SAP ausgeschiedene Vorstandschef Bill McDermott dürfte auch im letzten Jahr seiner Amtszeit zu den am besten bezahlten Managern Deutschlands gehören. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, kann er für das vergangene Jahr eine Gesamtvergütung von 15,18 Millionen Euro verbuchen, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Und das, obwohl er im November SAP verlassen und an die Spitze der amerikanischen Softwareschmiede Service Now gewechselt war. Zwei Drittel seines SAP-Gehaltes verdankt McDermott einem langfristigen, am Aktienkurs orientierten Anreizprogramm aus dem Jahr 2015. SAP ist der wertvollste börsennotierte Konzern Deutschlands, allein im Vorjahr hat der Aktienkurs um 40 Prozent zugelegt. McDermott kann aus diesem Programm noch bis 2023 mit Zahlungen rechnen.

          Eine Abfindung erhält er nach seinem vorzeitigen Abgang aber nicht. Seine beiden Nachfolger, die Amerikanerin Jennifer Morgan und der Deutsche Christian Klein, erhalten für 2019 „nur“ 1,97 Millionen und 1,85 Millionen Euro. Sie sind zu kurz im Amt, um von einem langjährigen Anreizsystem zu profitieren. McDermotts Spitzengehalt von zeitweise mehr als 20 Millionen Euro hatte in Deutschland eine breite Debatte über Managergehälter befeuert und 2017 auf der Hauptversammlung von SAP zum Eklat geführt, als der Aufsichtsrat nur knapp entlastet worden war.

          Anreize für höhere Gewinnausschüttung

          Das ein Jahr später zur Abstimmung gestellte runderneuerte Programm wurde dann mit großer Mehrheit angenommen. Auf dem kommenden Aktionärstreffen im Mai will SAP nun abermals ein modifiziertes Programm zur Abstimmung vorlegen. Nach Angaben des Unternehmens soll sich die kurzfristige Vergütung zusätzlich an Nachhaltigkeitszielen orientieren.

          Für das neu geplante langlaufende Anreizprogramm – das sich vor allem an der Entwicklung der Aktie im Verhältnis zur Konkurrenz und dem Nasdaq-100-Index orientiert – hat der Aufsichtsrat ebenfalls eine Änderung vorgesehen: Anders als bisher nimmt SAP nun nicht mehr nur die Entwicklung des Aktienkurses als Maßstab, sondern die der „Aktienrendite“, also einschließlich Dividenden. Damit bekommt das neue Führungsduo einen Anreiz, mehr Gewinn auszuschütten.

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