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Ehemaliger Ministerpräsident : Kurt Beck berät künftig Boehringer Ingelheim

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Von der Politik in die Arzneimittelbranche: Kurt Beck Bild: dpa

Schon wieder wird ein früherer Politiker zum Wirtschaftsberater. Ausgerechnet Kurt Beck wechselt die Seiten und steht künftig der Konzernspitze des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim zur Seite.

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          Es ist eine Personalie, die staunen lässt: Ausgerechnet Kurt Beck, früherer rheinland-pfälzischer Regierungschef und bekannt als personifiziertes soziales Gewissen der SPD wechselt die Seiten. Wie jetzt bekannt wurde ist er mittlerweile als Berater in der Wirtschaft aktiv - und zwar schon seit Juni.

          Ausgesucht hat er sich das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des „Handelsblatts“. Damit reiht sich Beck ein in eine ganze Riege von Politikern, die nach ihrem Karriereende den Gang in die Wirtschaft antraten.

          Der Seitenwechsel des SPD-Politikers wird auch deshalb als besonders delikat empfunden, weil sich ausgerechnet Boehringer Ingelheim in der Vergangenheit mit mehreren Anschuldigungen auseinandersetzen musste. So wird dem Pharmariesen etwa vorgeworfen, dass eines seiner Blutgerinnungsmittel zum Tod mehrerer Menschen geführt haben soll. In Frankreich beschäftigt der Streit mittlerweile die Gerichte. Nach entsprechenden Medienberichten sah sich der Pharmakonzern zudem dem Vorwurf ausgesetzt, Medikamente an nicht informierten Patienten in Indien getestet zu haben.

          Gremium steht der Konzernspitze zur Seite

          Der 64 Jahre alte Kurt Beck war im Januar von seinem Ministerpräsidentenposten zurückgetreten - damals gab er gesundheitliche Gründe an. Jetzt wird er Mitglied eines fünfköpfigen Beraterkreises bei Boehringer. Dieser begleitet nach Angaben des Konzerns die Arbeit der Unternehmensleitung und des Gesellschafterausschusses vor allem bei strategischen Fragen.

          Das Gremium trifft sich fünfmal im Jahr. Mitglieder sind unter anderem der Düsseldorfer Rechtsanwalt Michael Hoffmann-Becking und der Vorstand von BASF, Andreas Kreimeyer. Beck rückt für Fredmund Malik nach, einen Schweizer Management-Berater, der Ende 2012 ausschied.

          Der einst dienstälteste Ministerpräsident Deutschlands steht inzwischen auch an der Spitze der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und bleibt Verwaltungsratschef des ZDF. Seine Nachfolgerin in der Mainzer Staatskanzlei ist Malu Dreyer (SPD).

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