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Edeka-Kommentar : Kraftprobe mit Nestlé

  • -Aktualisiert am

Edeka hat gute Chancen, den Schlagabtausch mit seinem Hoflieferanten für sich zu entscheiden. Denn der Chef hat entscheidende Vorarbeit geleistet.

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          Edeka-Chef Markus Mosa fährt schweres Geschütz auf. Um von Nestlé bessere Konditionen im Einkauf herauszuholen, will die größte deutsche Supermarktkette bis zu 160 Produkte des Schweizer Konzerns aus ihren Regalen verbannen.

          Bislang hatten solche Versuche, Hoflieferanten auf diese Weise unter Druck zu setzen, kaum Erfolgschancen. Mächtige Anbieter wie Nestlé, Unilever oder auch Procter & Gamble verlassen sich auf die globale Strahlkraft ihrer Marken und sind in den wichtigsten Märkten der Welt aktiv.

          Von einem Platzhirsch des deutschen Einzelhandels lassen sie sich eigentlich nicht einschüchtern. Nicht von ungefähr holten sich die vier größten Einzelhändler im Lande in Kraftproben mit den Markenmultis des Öfteren eine blutige Nase und mussten sich in Preisschlachten geschlagen geben. Edeka-Chef Mosa hat die Lektion aus den Niederlagen der jüngsten Zeit gelernt.

          Er verbündete sich frühzeitig mit namhaften Konkurrenten in Europa. Der von Edeka angeführte Verbund Agecore steht für einen gemeinsamen Umsatz von 140 Milliarden Euro im Jahr. Eine Größenordnung, die nicht nur vom Geschäftsvolumen her das nötige Gegengewicht zu Nestlé verschafft, sondern auch Verhandlungen auf Augenhöhe garantiert. Edeka hat vor diesem Hintergrund gute Chancen, den Schlagabtausch mit seinem Hoflieferanten für sich zu entscheiden.

          Ulrich Friese
          Redakteur in der Wirtschaft.

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