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Streit um Einkaufspreise : Edeka gewinnt gegen Coca-Cola

Leere Coca-Cola-Flaschen stehen in einer Kiste. Bild: dpa

Coca-Cola muss nach einer Gerichtsentscheidung seine Produkte wieder an Edeka liefern. Der Getränkekonzern legt laut Informationen der F.A.Z dagegen Widerspruch ein.

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          Der amerikanische Lebensmittelkonzern Coca-Cola muss seine Waren zukünftig wieder an Edeka-Supermärkte liefern – und zwar zu den im Januar 2022 vereinbarten Höchsteinkaufspreisen. Das entschied das Landgericht in Hamburg am Donnerstag, wie heute bekannt wurde. „Diese Entscheidung ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ein erfreuliches Signal“, heißt es von einem Edeka-Pressesprecher.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Mit dem Gerichtsurteil erzielt Edeka nach monatelangem Streit einen ersten rechtlichen Erfolg gegen den Getränkehersteller. Coca-Cola hatte die Lieferung seiner Produkte an Edeka eingestellt, nachdem der Supermarkt nicht bereit war, höhere Einkaufspreise an den Hersteller zu bezahlen. Coca-Cola begründete seine geforderte Preiserhöhung mit den stark angestiegenen Kosten für das Unternehmen – unter anderem im Bereich Energie. Als Edeka diese nicht akzeptierte, stoppte Coca-Cola die Lieferungen.

          Edeka gilt in Branchenkreisen als harter Verhandler. Außer mit Coca-Cola soll der Lebensmittelhändler auch im Clinch mit Unternehmen wie Mars oder Mondelez sein. So soll derzeit von Mondelez keine Milka-Schokolade an Edeka geliefert werden. Gegen die Preisforderungen des Unternehmens Mars wehrte sich Edeka sogar offensiv in den sozialen Medien: So kritisierte die Edeka-Tochtergesellschaft Netto auf Instagram die hohen Preisforderungen des Konzerns. Netto wirft Mars vor, „Mondpreise zu fordern“. Auf der Plattform Instagram heißt es: „Der Hersteller Mars fordert eine unangemessene Preiserhöhung.“ Auf dem dazugehörigen Foto zeigt Netto eine Packung „M&M’s“, daneben das laut Händler günstigere Eigenmarkenprodukt.

          COCA COLA

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          Das Urteil würde laut Edeka „der Preistreiberei einiger Markenkonzerne Grenzen“ setzen, „die mit ungerechtfertigten Preiserhöhungsforderungen ihre Gewinne maximieren wollen.“ Coca-Cola will derweil Widerspruch einlegen, sagt das Unternehmen der F.A.Z. Die Entscheidung des Landgerichts Hamburg sei getroffen worden, ohne dass das Unternehmen „dazu angehört worden ist, sodass unsere Argumente nicht einfließen konnten“, sagt die Sprecherin.

          „Für uns stand und steht zu jedem Zeitpunkt der Dialog mit unserem Kunden Edeka im Vordergrund.“. Das Unternehmen habe „die Preisanpassung frühzeitig angekündigt und erläutert.“

          Im Streit zwischen Coca-Cola und Edeka ist das letzte Wort also noch nicht gesprochen. Die Entscheidung des Landgerichtes gilt zunächst bis Ende September.

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