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EADS : Börsenaufsicht bestätigt Verdacht auf Insiderhandel

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Nach Bekanntwerden von Lieferschwierigkeiten beim Superjumbo A380 brach der EADS-Aktienkurs drastisch ein Bild: AP

Die französische Börsenaufsicht hat den Verdacht, Management sowie Großaktionäre von EADs hätten verbotene Insidergeschäfte betrieben. Bevor die Lieferverzögerungen beim Superjumbo A380 veröffentlicht wurden, hätten sie massiv Aktien verkauft. Jetzt sind die Aufseher offenbar fündig geworden.

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          Die französische Börsenaufsicht AMF ist bei ihrer Untersuchung auf mutmaßlichen Insiderhandel bei dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS offenbar fündig geworden. Die Erkenntnisse würden unverzüglich der Pariser Staatsanwaltschaft übermittelt, teilte die AMF am Dienstag mit. Die von der Untersuchung betroffenen Personen sollen ebenfalls informiert werden. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung „Les Échos“ (Dienstag) handelt es sich um 17 von ursprünglich 21 Verdächtigten.

          EADS mit Sitz in Amsterdam sowie die betroffenen Manager bei EADS und Airbus teilten in einer Stellungnahme mit, man habe die Entscheidung der AMF zur Kenntnis genommen. Der EADS-Vorstandsvorsitzende Louis Gallois erklärte: „Zumindest werden EADS und ihre betroffenen Manager in der Lage sein, sich zu verteidigen. EADS wird ihre Manager bei der Verteidigung unterstützen.“ EADS habe in voller Transparenz gehandelt. Mit dem Verfahren verbundene finanzielle Risiken sieht EADS nicht.

          Die Börsenaufsicht verdächtig EADS- Spitzenmanager und die Hauptaktionäre DaimlerChrysler und Lagardère, illegal Millionen verdient zu haben, weil sie EADS-Aktien verkauften, bevor das Ausmaß der Schwierigkeiten mit dem Großflugzeug Airbus A380 mitgeteilt wurde. Am 14. Juni 2006 wurden die Probleme dem Markt bekannt und die Aktie brach um fast 27 Prozent ein.

          Ermittlungen seit Mitte des vergangenen Jahres

          Die Staatsanwaltschaft München hat ihre Untersuchungen wegen eines vermuteten Insiderhandels mit EADS-Aktien noch nicht abgeschlossen. Die Verteidiger der Beklagten hätten eine Fristverlängerung für ihre Stellungnahmen bis Mitte April erhalten, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Dienstag der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires auf Anfrage. Zuvor hätten die Anwälte Aktieneinsicht erhalten.

          Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen Mitte vergangenen Jahres aufgenommen, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Anzeige wegen verbotenem Insiderhandel in EADS-Aktien gegen fünf Personen eingereicht hatte. Die Anzeige hatte sich nach Angaben einer BaFin-Sprecherin nicht gegen das Unternehmen und auch nicht gegen dessen oberstes Management gerichtet.

          Die BaFin hatte zuvor den Handel mit EADS-Aktien in Deutschland überprüft. Ausgangspunkt war eine Mitteilung des Unternehmens vom Sommer 2006 über die Verzögerung bei der Auslieferung des A380. Bereits vor der Mitteilung waren deutliche Kursverluste verzeichnet worden. Daraufhin hatte die BaFin untersucht, ob Aktien aufgrund von Insiderwissen gehandelt worden waren.

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