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Gegenüber Vorjahreszeitraum : E.ON verdoppelt seinen Quartalsgewinn

  • Aktualisiert am

Blick auf die Eon-Unternehmenszentrale in Essen Bild: dpa

Kühleres Wetter, Kosteneinsparungen und der Wegfall negativer Corona-Effekte verbessern das Ergebnis von E.ON. Die Kursentwicklung an der Börse bleibt jedoch unklar – seit Ende August schwächeln die Papiere des Energieversorgers.

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          Der Energiekonzern E.ON profitiert im laufenden Geschäftsjahr von kühlerem Wetter, Kosteneinsparungen und dem Wegfall negativer Corona-Effekte. Im dritten Quartal legte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 765 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte zu, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Essen mitteilte. Der Konzern bestätigte die im August angehobene Prognose. Die Aktie legte zum Handelsstart um 0,25 Prozent zu.

          Das Kerngeschäft von E.ON trug über 80 Prozent zum operativen Ergebnis der Monate Juli bis September bei. Nach einem Verlust von 99 Millionen Euro im Vorjahr kam der darin enthaltene Geschäftsbereich Kundenlösungen nun mit einem Zuwachs von 150 Prozent wieder in die schwarzen Zahlen. Höhere Absatzmengen sowie Kosteneinsparungen in Großbritannien wirkten sich positiv aus. Den größten Anteil im Kerngeschäft hat das Segment Energienetze, wobei hier das Ergebnis mit sechs Prozent leicht rückläufig war.

          Auch das Geschäft, das E.ON nicht zum Kerngeschäft zählt, legte deutlich von 57 auf 143 Millionen Euro zu. Das lässt sich im Wesentlichen auf PreussenElektra zurückführen. E.ON profitiert hier beispielsweise von zurück erhaltenen Aufwendungen für den Erwerb von nuklearen Rest-Strommengen. Der Gesamteffekt der Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit dem Atomausstieg beläuft sich in diesem Jahr auf 600 Millionen Euro.

          Anleger nicht nachhaltig überzeugt

          Der Umsatz stieg im dritten Quartal konzernweit um 17 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss folgt im Wesentlichen dem bereinigten operativen Ergebnis und profitiert auch von einer niedrigeren Steuerquote: Unter dem Strich blieb für E.ON mit 424 Millionen Euro mehr als drei Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Und damit rund ein Drittel mehr als die Analysten im Vorhinein erwartet hatten. Barclays-Analyst Peter Crampton nannte die Quartalsergebnisse „solide“.

          Auf Sicht für die ersten neun Monate bewegt sich E.ON mit einem Überschuss von 2,2 Milliarden Euro bereits jetzt am unteren Ende der prognostizierten Spanne von 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Die Anleger konnte das allerdings nicht nachhaltig überzeugen. Nachdem die Aktie zu Handelsbeginn im Plus war, verlor sie etwas und pendelt nun rund um die elf Euro.

          E.ON

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          Damit bleibt die weitere Kursentwicklung unklar. Auf Jahressicht haben die Papiere zwar über 20 Prozent zugelegt. Seit Ende August schwächelten die Papiere aber etwas, genau wie die des zweiten großen Versorgers RWE . In einem Umfeld anziehender Renditen am Anleihemarkt mit womöglich bald steigenden Leitzinsen tun sich Versorger-Aktien gemeinhin schwer. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierungskosten etwa ihrer Kraftwerke, aber auch ihrer Verbindlichkeiten.

          Am 23. November will der E.ON einen Kapitalmarkttag abhalten. Dann will der seit April amtierende Konzernchef Leonhard Birnbaum die künftige Strategie vorstellen. Analysten erwarten, dass die Geschäfte in den Segmenten Netze und Kundenlösungen sowie digitale Initiativen dann vertieft behandelt werden. Zudem sind wohl der Finanzrahmen für mindestens drei Jahre, einschließlich der Erweiterung des Prognosezeitraums bis 2024, zu erwarten.

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