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Greenwashing-Vorwürfe : DWS durfte Whistleblowerin kündigen

Sitz der DWS in Frankfurt Bild: EPA

Mit ihren Vorwürfen des Greenwashings hat Desiree Fixler die Deutsche-Bank-Tochter DWS stark unter Druck gebracht. Ihre Kündigung wurde nun vor dem Arbeitsgericht behandelt.

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          Es ist eine der größten Schlammschlachten, die die deutsche Wirtschaft zuletzt erlebt hat: Der Fondsgesellschaft DWS haben die Greenwashing-Vorwürfe ihrer kurzzeitigen Nachhaltigkeitschefin Desiree Fixler nicht nur den Aktienkurs verhagelt, sondern auch Ermittlungen von verschiedenen Aufsichtsbehörden bis hin zum amerikanischen Justizministerium eingebracht und den Ruf zumindest in Teilen der Öffentlichkeit ramponiert. Das Frankfurter Arbeitsgericht musste nun am Montag entscheiden, ob die DWS Fixler im Frühjahr 2021 rechtskonform gekündigt hatte oder nicht.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Kern ging es um die Frage, ob die DWS Fixler mit dem auf den 9. März datierten Kündigungsschreiben noch während ihrer Probezeit vor die Tür setzte oder erst danach. Die Anwälte der früheren Nachhaltigkeitschefin argumentierten, dass diese schon am 8. August 2020 für die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank gearbeitet habe, womit die entscheidende Frist von sechs Monaten also schon abgelaufen wäre. Der Vertrag lief aber formell erst ab dem 1. September, so dass die Kündigung aus Sicht der DWS innerhalb der Probezeit erfolgte. Der Anwalt der Fondsgesellschaft verwies zudem darauf, dass das Unternehmen Fixler angeboten hatte, das Anstellungsverhältnis gegen eine Abfindungszahlung von 100 000 Euro zu beenden. Sie habe aber abgelehnt und stattdessen mehr als ein Jahresgehalt von 640 000 Euro als Abfindung gefordert.

          „Ich bin schockiert“

          Die Arbeitsrichterin Ilka Heinemeyer folgte der Argumentation der DWS, wonach die Kündigung innerhalb der Probezeit erfolgt ist, und wies Fixlers Klage daher am Montag ab. Ein Sprecher der Fondsgesellschaft begrüßte diese Entscheidung, wollte sie aber nicht weiter kommentieren. Fixler, die mit ihrer Anwältin zu der Verhandlung erschienen war, zeigte sich hinterher enttäuscht: „Ich bin schockiert, das so ein Fall in einer zwanzigminütigen Anhörung abgehandelt wurde“, sagte sie laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Richter haben nicht einmal irgendwelche der Nachhaltigkeitsfragen diskutiert.“

          In der Tat stand neben der Frage um die richtige Frist freilich auch die Frage im Raum, ob Fixler entlassen wurde, weil sie zu kritisch auf das Nachhaltigkeitsportfolio der Fondsgesellschaft geblickt habe. Dazu äußerte sich das Gericht am Montag nicht.

          Gerade wegen dieser Kritik schlägt der Fall Fixler allerdings seit Monaten hohe Wellen und bringt nicht nur den Vorstandsvorsitzenden der DWS, Asoka Wöhrmann, sondern auch Karl von Rohr, den Vize-Chef der Muttergesellschaft Deutsche Bank in Bedrängnis, der den Aufsichtsrat der DWS führt. Denn nach ihrer Kündigung hat Fixler der DWS über verschiedene Medien vorgeworfen, sich und ihre Fonds nach außen hin als viel nachhaltiger darzustellen als sie eigentlich sind. Ausgerechnet im Trendthema Nummer 1 an den Finanzmärkten – der stärkeren Ausrichtung auf Aspekte der Umwelt- und Sozialverträglichkeit sowie der guten Unternehmensführung (ESG) – stellte sie damit die Glaubwürdigkeit der größten deutschen Fondsgesellschaft in Frage. Die DWS wies die Vorwürfe rasch und entschieden zurück.

          Mehrere Behörden ermitteln

          Doch die amerikanische Börsenaufsicht SEC und auch die deutsche BaFin untersuchen nun, was dran ist an Fixlers Vorwürfen. Und das amerikanische Justizministerium überprüft, inwiefern die Bank die Behörde über die Vorwürfe Fixlers hätte informieren müssen. Die hatte ihre Anschuldigungen kurz nach ihrer Kündigung in einer Email an von Rohr und den Presse- und Nachhaltigkeitschef der Bank, Jörg Eigendorf, zusammengefasst.

          Dem Geschäft der DWS haben die Vorwürfe bislang offenbar nicht geschadet. Erst vor wenigen Tagen musste die Fondsgesellschaft die Aktienmärkte per Ad-hoc-Meldung darüber informieren, dass sie auch im Schlussquartal 2021 wegen hoher Transaktions- und Performancegebühren deutlich mehr Geld verdient habe als von Analysten erwartet.

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