https://www.faz.net/-gqe-7p2ku

Durchwachsenes Geschäft : Siemens startet Umbau mit schwachen Zahlen

  • Aktualisiert am

Anlagen für die Metallindustrie wollen Siemens und Mitsubishi Heavy Industries bald gemeinsam auf den Markt bringen Bild: dpa

Siemens will den Neustart und die Ausgangslage scheint dem Chef Recht zu geben: Die Zahlen fürs zweite Quartal sind durchaus durchwachsen. Derweil wird bekannt: Mit Mitsubishi will Siemens künftig ein Joint Venture bilden.

          Der Siemens-Chef Joe Kaeser startet seinen großen Konzernumbau nach einem durchwachsenen zweiten Quartal: Das Unternehmen verdiente unter dem Strich 1,15 Milliarden Euro und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr will Siemens den Gewinn weiterhin um mindestens 15 Prozent steigern. Das Ergebnis der Sektoren, mit dem das Tagesgeschäft von Siemens abgebildet wird, kletterte zwischen Januar und März um 16 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Die Währungseinflüsse drückten dagegen auf den Auftragseingang, der um 13 Prozent auf 18,43 Milliarden Euro schrumpfte. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 17,45 Milliarden Euro.

          Zudem musste Siemens Projektbelastungen von mehr als 430 Millionen Euro schultern. Der größte Brocken waren dabei Probleme mit zwei Hochspannungsleitungen in Kanada, für die neben höheren Baukosten auch Vertragsstrafen wegen Verzögerungen anfielen. „Diese Entwicklung ist sehr unbefriedigend“, erklärte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas. „Wir haben uns die Ursachen für die zugrundeliegenden Schwierigkeiten intensiv angesehen und konsequent Schlussfolgerungen getroffen.“ Die Probleme könnten also auch den Chef des zuständigen Geschäftsbereichs seinen Job gekostet haben. Zumindest muss Manager Karlheinz Springer mit sofortiger Wirkung gehen - sein Kollege Jan Mrosik übernimmt seine Aufgaben.

          Neue Informationen zum Übernahmepoker zwischen Siemens und dem US-Rivalen General Electric (GE) um den französischen Konkurrenten Alstom gab es zunächst nicht. Beide Kontrahenten sind an den Franzosen interessiert. Der deutsche Elektrokonzern hatte ein eigenes Angebot für die Franzosen unter der Bedingung angekündigt, dass er vier Wochen lang Einblick in die Alstom-Bücher erhält. Zuletzt hatte GE die Nase vorn, nachdem der Alstom-Aufsichtsrat den Aktionären eine bindende Offerte der Amerikaner empfahl. Entschieden ist das Rennen damit aber noch nicht. Für das abgelaufene Geschäftsjahr weist Alstom einen Gewinneinbruch um 28 Prozent auf 556 Millionen Euro aus.

          Weiterhin wurde am frühen Mittwochmorgen bekannt, dass Siemens und das japanische Unternehmen Mitsubishi ein Gemeinschaftsunternehmen für die Metallindustrie bilden werden. Das Unternehmen soll ein Komplettanbieter für Anlagen, Produkte und Dienstleistungen in der Eisen-, Stahl- und Aluminiumindustrie sein, wie Siemens mitteilte.

          Ein entsprechender Vertrag sei jetzt unterzeichnet worden. Demnach werden Mitsubishi Heavy Industries (MHI) 51 Prozent und Siemens 49 Prozent an dem Joint Venture halten. Vorbehaltlich der Zustimmung der Behörden solle das Gemeinschaftsunternehmen im Januar 2015 seinen Betrieb aufnehmen.

          Weitere Themen

          VW verklagt sein Personal

          Dieselskandal : VW verklagt sein Personal

          Während der ehemalige Chef Martin Winterkorn sein Altersruhegeld bezieht, verklagt der Konzern wegen des Dieselskandals sein Personal. Am Donnerstag fällt eine Entscheidung.

          ö statt ë?

          Citroën-Werbung : ö statt ë?

          Citroën heißt ab jetzt Zitrön. Das stimmt zwar nicht, aber das Video zu dem Werbe-Gag der Franzosen ist trotzdem sehenswert.

          Topmeldungen

          Hat sich zum Zwei-Prozent-Ziel der Nato-Staaten bekannt: Annegret Kramp-Karrenbauer

          Akks Wehretat : Der Streit schwelt weiter

          Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bekräftigt das Ziel der Nato, dass die Verteidigungsausgaben steigen sollen. Das provoziert Widerstand – in der Opposition und selbst beim Koalitionspartner.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.