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Landwirtschaft : Dürren überall – und trotzdem ist die Ernte groß

  • -Aktualisiert am

Trotz mehr Hitzeperioden: Die Landwirtschaft hat sich, global betrachtet, gut angepasst. Bild: dpa

Viel zu heiß und viel zu trocken – alles spricht dafür, dass der Klimawandel den Bauern zusetzen müsste. Fakt ist aber: Sie ernten mehr denn je.

          Am kommenden Montag wird der Deutsche Bauernverband seine Erntebilanz vorstellen und beim Getreide Rückgänge im ein- bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr verkünden, als es Rekordernten gab. Das trifft einzelne Bauern hart, ist aber, gesamtwirtschaftlich betrachtet, von apokalyptischen Szenarien weit entfernt. Der Klimawandel bringt zwar mehr Wetterextreme wie Gewitter, starke Niederschläge und Hitzeperioden. Aber offenbar ist die Landwirtschaft, global betrachtet, gut angepasst. In Erinnerung bleiben meistens die Bilder von Dürren wie in Spanien, wo derzeit Oliven knapp werden, oder Kalifornien, dessen Zitronen- und Mandelfarmer schon im vierten Sommer in Folge unter der Trockenheit leiden. Auf deutschen Äckern sieht der Mais verkümmert und verbrannt aus. Aber die Bilder von den Ernten, die normal oder gut ausfallen, sind keine Schlagzeile wert.

          Dabei sind in der Summe die Ernten gut. Im Jahr 2014 gab es auf der Welt und auch in Deutschland Rekord-Getreideernten. Erst an diesem Mittwoch überraschte das amerikanische Landwirtschaftsministerium auch Fachleute mit einer gegenüber früheren Erwartungen erhöhten Schätzung. Die Kurse für Weizen und Soja an den Kassa- und Terminmärkten der Getreidebörse in Chicago brachen prompt ein. Futures auf Sojabohnen verbilligten sich um 6 Prozent – der tiefste Einbruch an einem Tag seit sechs Jahren.

          Im Mittleren Westen Amerikas droht Angebots-Schock

          Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA hatte die Sojabohnenerzeugungsschätzung um 0,9 Millionen Tonnen auf 106,6 Millionen Tonnen angehoben und die für die Maiserzeugung um 4 Millionen auf 347,7 Millionen Tonnen. Dabei hatten Analysten mit Senkungen gerechnet, da Rekordniederschläge in den östlichen Bundesstaaten Illinois, Indiana und Ohio die Jungpflanzen teils vernichtet hatten. In den Vereinigten Staaten ist seit dem Jahr 2013 eine genveränderte Maissorte von Monsanto zugelassen, die trockenheitstolerant ist.

          Doch den regionalen Einbußen stehen Rekorderwartungen in anderen Staaten gegenüber. Das Ministerium erwartet, dass Farmer im Mittleren Westen, etwa in Iowa, Minnesora, Nebraska, South Dakota, Wisconsin und Michigan, die größten Getreideernten aller Zeiten einfahren. „Das sind schlechte Nachrichten für Bauern, ein wahrer Angebots-Schock“, kommentierte ein Analyst der Rabo-Bank.

          In Deutschland Minderernten zu befürchten

          Auch auf der Welt insgesamt steigen die Ernten der meisten Feldfrüchte laut neuester Prognose des USDA. So fahren die Bauern demnach insgesamt insgesmt mehr Getreide ein. Hauptgründe sind die vortrefflichen Ernten in der russischen und kasachischen Schwarzmeerregion und der Türkei. Über ebenjenes Russland hatten erst wenige Tage zuvor Meldungen von Ausfällen wegen Dürren Schlagzeilen gemacht – diese gab es in der nördlicheren Wolgaregion.

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          In der Summe fielen auch die aber kaum ins Gewicht. Ausfällen in der europäischen Maisernte standen Zuwächse in Argentinien gegenüber. Auch in der Europäischen Union (EU) dürften sich die Getreidelager weiter füllen. In Frankreich erwarten Landwirte eine Rekordernte von Weizen. Die weltweite Reiserzeugung dürfte etwas geringer als erwartet ausfallen, aber mit 479 Millionen Tonnen immer noch ein Rekordniveau erreichen. Ausfälle gab es in Thailand, wo viel weniger Regen fiel als gewöhnlich. Die Preise für Lebensmittel auf der Welt sind seit vergangener Woche laut den Daten der Weltagrarbehörde FAO auf einem Sechs-Jahres-Tief.

          Die Hitze in diesem Sommer war in Teilen Deutschlands rekordverdächtig. Auf sandigen, trockenen Böden dürfte es stellenweise im Maisanbau sogar zu Totalausfällen der Ernte kommen. Der Deutsche Bauernverband geht bislang bundesweit von Minderernten von 6 Prozent der Gerste unter dem sehr guten Vorjahr oder 10 bis 15 Prozent des Winterweizens aus.

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