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Druck auf Lufthansa : Ryanair hat für Frankfurt noch größere Pläne

Eine Bestätigung dieser Kalkulation gab es von Fraport nicht. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr sah sich am Mittwoch mit ironischen Worten Michael O’Leary gar zu Dank verpflichtet, dass der nun für sinkende Flughafengebühren in Frankfurt sorge. Spohr erwägt, ab 2018 auch seine Billigmarke Eurowings nach Frankfurt zu schicken. Unklar blieb, ob der Lufthansa-Tochtermarke Eurowings Nachlässe verweigert wurden, wie es Spohr andeutete. Fraport-Chef Schulte sagte, dass es mit Eurowings noch keine Verhandlungen gegeben habe.

Der Flughafenchef wies alle Angriffe gegen das angestrebte Fraport-Gebührenmodell zurück. „Für jede Fluggesellschaft gilt das gleiche“, entgegnete er zu Vorwürfen, Ryanair würden Sonderkonditionen eingeräumt. Auch die Lufthansa werde Ermäßigungen beanspruchen können, wenn sie neue Strecken auflegt. Solche Nachlässe – Schulte sprach konsequent von „Incentives“ – seien an vielen Flughäfen üblich. „Es wird erwartet, dass wir Flughäfen uns an den Markteinführungskosten für neue Strecken beteiligen“, sagte er zum Verhältnis von Fluggesellschaften und Flughäfen.

„Wir erwarten, dass sich der Trend weiter fortsetzt.“

Gestützt wurden seine Worte vom hessischen Wirtschaftsministerium, das vom Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir geführt wird, der in der Vergangenheit mit einer skeptischen Haltung gegenüber den Flughafen auffiel. Das Ministerium, das den Fraport-Plan genehmigen muss, teilte mit, die angedachten Gebühren-Rabatte seien nicht gesetzlich verboten. Es sei bislang auch nicht zu erkennen, dass Fraport eine „Lex Ryanair“ schaffen wolle. Vorsorglich schloss Ryanair-Vorstand David O’Brien am Mittwoch aus, dass die Billigfluggesellschaft ihre Frankfurt-Offensive noch einmal überdenken könnte, falls die Rabatte doch nicht genehmigt würden. „Wir sind jetzt hier und wir werden nicht weggehen“, sagte er.

Ryanair will nach seinen Worten seinen Marktanteil im deutschen Luftverkehr von aktuell 7 Prozent auf 20 Prozent ausbauen. Auf den Hunsrück-Flughafen Hahn, den Ryanair auch mit dem Namen Frankfurt bewirbt, solle die Frankfurt-Offensive keine Auswirkungen haben. In Frankfurt rechne man anfänglich mit 400.000 Passagieren, am Flughafen Hahn seien es mehr als zwei Millionen.

Fraport-Chef Schulte verteidigte derweil die stärkere Öffnung des Flughafens für Billigfluggesellschaften, die in Frankfurt bislang kaum eine Rolle spielen. Deren Geschäft sei das am stärksten wachsende Segment in der Luftfahrt. „Wir erwarten, dass sich der Trend weiter fortsetzt.“ Für Fraport bestehe die Gefahr, dass sich das Einzugsgebiet für Deutschlands größten Flughafens verkleinere, da Billigfluggesellschaften für mehr Verbindungen an anderen Flughäfen gesorgt haben. „Wir sehen schon heute, dass Reisende aus Limburg und nördlich davon, sowie aus Karlsruhe andere Angebote sehen und seltener auf den Frankfurter Flughafen zurückgreifen“, sagte er.

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