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Kommentar : Bitter für Schlecker

Anton Schlecker Bild: dpa

Anton Schlecker war einst der Drogeriekönig von Europa. Nun droht ihm sogar eine Gefängnisstrafe. Das mag für ihn bitter sein, für andere ist es eine Genugtuung.

          Es schien immer nur aufwärts zu gehen im Reich von Anton Schlecker. Drogerieartikel billig in einfachen Läden anzubieten war der Anfang. Später hat er seine Machtposition gegenüber den Lieferanten ausgespielt, die für immer neue Filialen quasi Eintrittsgeld zahlen mussten. Er nutzte aus, dass manche Frauen für Teilzeitjobs selbst unter widrigsten Bedingungen zu arbeiten bereit waren. Doch dann sah Anton Schlecker irgendwann keine neuen Chancen mehr und die Risiken erst recht nicht.

          Die Welt änderte sich, aber Schlecker änderte sich nicht mehr. Und so zerrann dem schwäbischen Selfmademan, Drogeriekönig von Europa, das Lebenswerk zwischen den Fingern. Dieses Szenario mag erklären, dass Anton Schlecker noch ein paar Millionen auf die Seite bringen wollte, bevor im Januar 2012 die Insolvenz unausweichlich war. Eine Rechtfertigung ist es nicht.

          Schlecker ist, allem Anschein nach, vom Unternehmer zum Kriminellen geworden. Jetzt wird Anklage erhoben gegen ihn und seine Familie und auch gegen die Wirtschaftsprüfer, die vielleicht trotz fragwürdiger Transaktionen allzu leichtfertig ihr Testat abgegeben haben.

          Das mag für Anton Schlecker bitter sein. Für alle, die unter seiner rüden Herrschaft leiden mussten und dann auch noch Geld oder ihren Job verloren haben, ist es eine Genugtuung.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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