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Drogeriemarkt-Kette : Der junge Roßmann rückt vor

Raoul Roßmann, 36 Jahre alt, tritt immer häufiger mit markanten Aussagen zum eigenen Geschäft in Erscheinung. Bild: Imago

Noch spielt Gründer und Patriarch Dirk Roßmann in der Drogeriekette eine große Rolle. Aber sein Sohn Raoul tritt immer stärker in Erscheinung – steht der Übergang bevor?

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          Für Raoul Roßmann war immer klar, dass er nicht auf einen Schlag zum alleinigen Chef im Familienunternehmen werden würde. Sein Vater Dirk, der die Drogeriemarktkette Rossmann aus Burgwedel nahe Hannover aufgebaut hatte, wollte sich nie eine Frist setzen, wann er den Generationswechsel in der Führung abschließen will. Stattdessen sollte der Übergang fließend sein. Daran hat sich nichts geändert, aber langsam mehren sich die Zeichen, dass der bald 75 Jahre alte Senior die Fäden aus der Hand gibt. „Mein Vater ist immer noch aktiv im Unternehmen und erreichbar, wenn sich Fragen ergeben“, sagt Raoul Roßmann, der 2015 in die Geschäftsführung aufgerückt war und Marketing, Einkauf und Digitalgeschäfte verantwortet. „Aber natürlich haben sich seine Schwerpunkte mit der Zeit verschoben.“ In nicht allzu ferner Zukunft dürfte der Junior die volle Verantwortung tragen.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Deutlichstes Signal für den Übergang ist, dass sich der umtriebige Senior viel Zeit für Dinge nimmt, die ihm Spaß machen. Gerade hat er ein Buch geschrieben, das sich über Wochen in der Bestseller-Liste des Magazins Der Spiegel auf den oberen Plätzen hielt. Es heißt „Der neunte Arm des Oktopus“ und bekommt bald einen zweiten Teil. Mitte Oktober soll „Der Zorn des Oktopus“ in die Buchläden kommen. Raoul Roßmann, 36 Jahre alt, tritt dagegen immer häufiger mit markanten Aussagen zum eigenen Geschäft in Erscheinung, auch allein, während er früher stets seinen Vater an der Seite hatte. „Als geschäftsführender Gesellschafter vertrete ich die Interessen all unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt er. „Da muss ich natürlich Präsenz zeigen und auch Stellung beziehen zu Themen, die uns alle betreffen.“

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