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Dreier-Bündnis rückt näher : MAN kauft Lkw-Sparte von Volkswagen in Brasilien

  • Aktualisiert am

In das Thema Lkw-Allianz kommt neue Bewegung Bild: ddp

MAN und VW gehen einen bedeutenden Schritt zu Bildung eines neuen, weltweit tätigen Lkw-Riesen: MAN übernimmt das Nutzfahrzeuggeschäft von VW in Brasilien. Damit rückt die lange auf Eis gelegte Lkw-Dreier-Allianz zwischen MAN, Scania und Volkswagen wieder näher.

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          Die lange auf Eis gelegte Lkw-Dreier-Allianz zwischen MAN, Scania und Volkswagen rückt wieder näher: MAN übernimmt das Nutzfahrzeuggeschäft von VW in Brasilien. MAN werde 100 Prozent der Anteile des Unternehmens VW Truck & Bus erwerben, teilte der Konzern am Montag in München mit. Volkswagen behalte lediglich das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen wie Transportern, erklärte Europas größter Automobilhersteller. Das Unternehmen werde mit 1,175 Milliarden Euro bewertet.

          Die Wolfsburger, die rund 69 Prozent an dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania und knapp 30 Prozent an MAN halten, streben seit langem eine Dreier-Allianz mit ihrer Lastwagen-Produktion in Brasilien an. Die Gespräche waren jedoch immer wieder ins Stocken geraten. „Mit dem Erwerb von VW Truck & Bus in Brasilien erreichen wir einen weiteren Meilenstein auf unserem internationalen Wachstumskurs für Lkw und Busse“, sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson. Die Zustimmungen der Gremien von MAN und VW lägen bereits vor.

          Größter Lastwagenproduzent Brasiliens

          Volkswagen Truck & Bus produziert seit 1996 mit rund 5000 Beschäftigten am Standort Resende in Brasilien Lastwagen und Busse und sieht sich als der größte Lastwagen-Produzent Brasiliens. 2007 liefen dort 47.000 Fahrzeuge vom Band.

          VW will mit dem Verkauf des Unternehmens sein Engagement im Lkw- Geschäft auf seine Beteiligungen an MAN und Scania und das eigene Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen konzentrieren. MAN werde das Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien unter der Marke Volkswagen weiterführen, teilte VW in Wolfsburg mit.

          MAN hatte vor rund zwei Jahren erfolglos versucht, den schwedischen Konkurrenten Scania zu übernehmen. Einer Dreier-Allianz standen die Münchner stets aufgeschlossen gegenüber. Der Vorstandsvorsitzende der Konzernsparte MAN Nutzfahrzeuge, Anton Weinmann, hatte mittelfristig Einsparpotentiale von mindestens 500 Millionen Euro für möglich gehalten. Der MAN- und VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch hatte auf der Hauptversammlung des Münchener Konzerns Ende April gesagt, die Synergien einer möglichen Allianz mit Volkswagen und Scania könnten bei einer neuen Generation von Lkw mit rund 1 Milliarde Euro auch doppelt so hoch ausfallen.

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