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Drei Botschaften : Das bleibt vom Tech-Jahr 2019

Ein voller Erfolg: das Göppinger Softwareunternehmen Teamviewer legte den stärksten deutschen Börsengang seit fast 20 Jahren hin. Bild: dpa

Eine höchste Strafe, ein größter Börsengang: Im vergangenen Jahr trieb vor allem neue Technologie die Wirtschaft an. Dabei bleiben drei Botschaften, die uns 2019 gelehrt hat.

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          Post-Chef Frank Appel hatte den Takt für das Jahr 2019 schon im Januar auf der Digitalkonferenz DLD vorgegeben: „Ist man jung, gibt es unabhängig davon, welchen Beruf man sich aussucht, keine Garantie, dass er in zehn bis 15 Jahren noch existiert.“ Denn das vergangene Jahr bildete den Abschluss einer Dekade, in der vor allem wegen neuer Technologie wenig blieb, wie es war. Wir fassen das Tech-Jahr 2019 zusammen – in drei Botschaften, die von ihm ausgehen.

          Neue Möglichkeiten schaffen neue Frontlinien

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das zeigte sich im März, als Spotify mit einer Beschwerde gegen Apple vor die EU-Kommission zog. Der kalifornische Konzern nutze seine Position als Anbieter des Appstores aus, über das Spotify und zahlreiche andere Apps vertrieben würden, klagte der schwedische Weltmarktführer für Musikstreaming. Dass Apple anfangs 30, später 15 Prozent der Umsätze einbehält, die über den Appstore generiert werden, habe sie dazu gezwungen, ihre Preise anzuheben, klagten die Schweden. Daraufhin habe der Konzern mit „Apple Music“ genau zu ihrem alten Preis einen eigenen Musik-Streamingdienst gestartet. Apple sei „Spieler und Schiedsrichter“ zugleich und benachteilige andere App-Entwickler bewusst, beklagte sich Spotify-Chef Daniel Ek.

          Apple schoss umgehend zurück: Spotify beute seinerseits Musiker aus, sei jahrelang über den Appstore gewachsen und wolle jetzt keinen Beitrag mehr leisten, schrieb der Konzern in einer – ungewöhnlich – öffentlichen Stellungnahme. Die Fortsetzung folgt, eine Entscheidung der Kommission steht noch aus. Unabhängig davon, wer am Ende recht bekommt, führt der Streit vor Augen, dass die Tech-Riesen aus dem Silicon Valley mit ihren Plattformen Märkte geschaffen haben, auf denen andere durchaus viel Geld verdienen, deren Regeln sie aber allein festlegen.

          Die Angst davor, dass Tech-Plattformen zu mächtig werden, kam spätestens 2019 auch in der Politik an. Als Facebook im Juni den Plan vorstellte, mit „Libra“ eine eigene Kryptowährung zu schaffen, dauerte es nicht lange, bis zahlreiche Regierungsvertreter betonten, Geld zu schaffen sei das Privileg der Zentralbanken. Angesichts von so viel Gegenwind verließen Paypal, Stripe, Mastercard und Visa die Libra Association einer nach dem anderen. Vorgeladen vor den amerikanischen Kongress, versuchte Mark Zuckerberg, die Wogen zu glätten – besonders souverän wirkte er dabei aber nicht. Das lag zum Teil auch daran, dass er zuvor die höchste Strafe zu verkraften hatte, die eine amerikanische Behörde jemals gegen einen Digitalkonzern verhängt hat: Um die Untersuchung des Cambridge-Analytica-Skandals zu beenden, hatte sich Facebook im Juli mit der Verbraucherschutzbehörde FTC darauf geeinigt, knapp 5 Milliarden Dollar zu zahlen. Facebooks Aktienkurs war daraufhin allerdings angestiegen – angesichts eines Nachsteuergewinns von 22 Milliarden Dollar im Jahr sprachen Kritiker von einem verfrühten „Weihnachtsgeschenk“ für den Konzern.

          Wir alle werden immer verwundbarer

          Auch das gehört zu den Botschaften des Jahres: Digitale Technologie ist angreifbar – und wenn man nicht weiß, wie man sich effektiv schützt, kann das schnell gravierende Folgen haben. Das haben nicht nur jüngst die Verantwortlichen der Universität Gießen gelernt, deren Computersystem nach einer Attacke mit Schadsoftware bis heute lahmliegt, sondern auch die der Städte Frankfurt und Bad Homburg, des Klinikums Fürth, der Nürnberger Schulen und des Berliner Kammergerichts – um nur einige zu nennen. Der größte Übeltäter im vergangenen Jahr hieß dabei Emotet. Die Schadsoftware, die verschiedene Arten von Erpressungs- oder Ausspähprogrammen nachlädt, verbreitete sich über infizierte E-Mails, die oft sehr gut vorgeben, von Kollegen oder Lieferanten zu stammen. Wer dem auf den Leim ging, brachte seinen Arbeitgeber in große Schwierigkeiten. Der Betriebsgewinn des Aluminiumkonzerns Norsk Hydro, dessen Produktionssystem im März für eine Woche von der Schadsoftware Lockergoga lahmgelegt worden war, brach für das betroffene Quartal um 80 Prozent ein. Statt 3,15 Milliarden norwegischer Kronen verdiente das Unternehmen aus Oslo nur noch gut 550 Millionen Kronen (58 Millionen Euro).

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