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Douglas : Finanzinvestor investiert halbe Milliarde in Parfümeriekette

  • Aktualisiert am

Lippenstifte in einer Douglas-Filiale Bild: dpa

Douglas geht mit Hilfe des Finanzinvestors Advent auf Expansionskurs. Die Parfümeriekette bekommt von seinen neuen Eigentümern bis zu einer halben Milliarde Euro. Das Geld soll für Zukäufe, das Online-Geschäft und neue Filialen genutzt werden.

          Der Handelskonzern Douglas macht Ernst mit seiner angekündigten Expansion im Parfümeriegeschäft. In den kommenden fünf bis sieben Jahren sollen allein rund 500 Millionen Euro in das Wachstum der wichtigsten Douglas-Sparte investiert werden, sagte Manfred Kroneder, der im Konzernvorstand für das Parfümeriegeschäft zuständig ist, vor Journalisten in Frankfurt.

          Teil der Strategie sind auch Zukäufe im In- und Ausland. Nicht kommentieren wollte der Manager dabei, ob Douglas an dem französischen Konkurrenten Nocibé interessiert ist. Mitte Juni hatte die französische Tageszeitung „Le Figaro“ geschrieben, der westfälische Handelskonzern sei unter den Interessenten. Nocibé wurde von seinem Eigentümer, dem britischen Investmentfonds Charterhouse, jüngst zum Verkauf gestellt. Der Zeitung zufolge könnte Nocibé mit Douglas zur Nummer Zwei unter den französischen Parfümketten werden, hinter Sephora von LVMH und vor der Parfümeriekette Marionnaud.

          Das Geld für die Douglas-Expansion kommt von den neuen Eigentümern: Neben der Gründerfamilie Kreke ist dies der Finanzinvestor Advent, der zusammen mit der Familie das Unternehmen übernommen hat und derzeit den Abschied von der Börse vorbereitet. Douglas ist mit seinen 1200 Parfümerien in 18 Ländern und einem Jahresumsatz von rund 1,9 Milliarden Euro Marktführer in Europa. Ziel der Investitionen soll nun eine „führende Marktposition in allen Kernländern Europas“ sein, sagte Kroneder. Bislang ist Douglas vor allem in Deutschland stark, im Heimatland sowie in Polen ist das Unternehmen die Nummer 1 der Branche.

          Neben Akquisitionen will Douglas auch das Franchise-Konzept ausbauen, das bislang lediglich in den Niederlanden und Frankreich getestet wurde. Dazu kommen weitere Neueröffnungen sowie die Erweiterung und Modernisierung bereits bestehender Filialen. Auch sollen in Deutschland mehr Premiumhäuser eröffnet werden, die sich an die gehobene Kundschaft wendet.

          Neben dem stationären Geschäft soll auch der Online-Bereich ausgebaut werden, der im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Umsatz machte. Hier ist künftig ein zweistelliger Umsatzanteil geplant. Ist das E-Commerce-Geschäft bislang stark auf Deutschland konzentriert, soll auch hier ins Ausland expandiert werden. Zudem sollen die stationären und die digitalen Verkaufskanäle stärker verzahnt werden.

          Parfümerien sind die ertragreichste Sparte von Douglas

          Douglas konzentriert sich dabei vor allem auf den gehobenen Markt der Schönheitspflege. Die Marke Douglas soll dabei weiterentwickelt werden. Exklusivmarken, ein höherer Anteil von Eigenmarken zum Einstiegspreis sowie Dienstleistungen rund um das Thema Beauty sollen Douglas von der Konkurrenz abheben. Dazu ist auch ein neuer Markenauftritt der Parfümerien geplant, der passend zum Weihnachtsquartal vorgestellt werden soll.

          Dabei helfen soll eine neue Organisationsstruktur. So wurden Aufgaben in sogenannten Kompetenzzentren gebündelt, etwa die Bereiche Einkauf, Marketing oder das Internetgeschäft. Dadurch will Douglas eine schnellere Entwicklung und Einführung von neuen Konzepten und Produkten erreichen. „Die Douglas-Parfümerien sind die ertragreichste Sparte von Douglas“, sagte Vorstandsvorsitzender Henning Kreke. Die neue strategische Ausrichtung soll dazu beitragen, Douglas auch international stärker zu etablieren.

          Die Douglas-Parfümerien tragen den Löwenanteil zum Konzernumsatz von rund 3,4 Milliarden Euro bei. Daneben gehören noch das Schmuckgeschäft Christ, die Süßwarenmarke Hussel, die Damenmodehäuser AppelrathCüpper sowie die Buchsparte Thalia zum Konzern.

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