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Affäre in Frankreich : Der andere Skandal des Strauss-Kahn

Dominique Strauss-Kahn kommt nicht aus den Schlagzeilen. Zusätzlich zu den Sexparty-Vorwürfen drohen weitere Gerichtsverhandlungen. Bild: AFP

In Lille muss sich der frühere IWF-Chef wegen Sexpartys verantworten. Das verdeckt sein Scheitern als Hedgefonds-Manager.

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          Dominique Strauss-Kahn ist tief gefallen. Der ehemalige geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss in diesen Tagen vor einem Gericht in Lille peinliche Details verschiedener Sexpartys erläutern. Als IWF-Chef musste er auf dem Höhepunkt der Finanzkrise „die Welt retten“, so seine Worte; daher brauchte er Ablenkung und Entspannung. Dass seine Gespielinnen Prostituierte waren, will er nicht gewusst haben. Ansonsten könnte er der Zuhälterei schuldig gesprochen werden.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Während der 65 Jahre alte Strauss-Kahn („DSK“) somit in Nordfrankreich gegen eine drohende Verurteilung von bis zu zehn Jahren Gefängnis ankämpft, könnte 300 Kilometer südöstlich neues Unheil auf ihn warten.

          Seine geschäftlichen Verbindungen zu einem französisch-israelischen Finanzinvestor drohen ein juristisches Nachspiel in Luxemburg zu haben. Noch ist nichts entschieden. Doch die Firma „LSK“, deren Großaktionär und Verwaltungsratsvorsitzender DSK war, hat zwielichtige Geschäfte verfolgt und ist seit mehreren Monaten bankrott. Der luxemburgische Konkursverwalter Laurent Fisch prüft gerade, was noch auf die Gläubiger aufgeteilt werden kann – dem Vernehmen nach ist es nicht viel.

          Ein weiterer Prozess gegen Strauss-Kahn?

          Fisch dürfte der Luxemburger Handelsgerichtsbarkeit in nicht ferner Zukunft einen Bericht vorlegen, der im Fall von Betrugs- oder anderen kriminellen Vorwürfen zu strafrechtlichen Ermittlungen führen könnte.

          Die Affäre zeigt, wie Strauss-Kahn auch als Hedgefonds-Manager böse gescheitert ist. Im Oktober 2013 nahm der ehemalige Politiker den Posten des Verwaltungsratspräsidenten der Firma LSK (Leyne, Strauss-Kahn & Partners) an. Sein 48 Jahre alter Geschäftspartner Thierry Leyne genoss in Pariser Finanzkreisen einen zweifelhaften Ruf, nicht zuletzt war er bekannt für seine Liebe zu Luxusuhren, Motorrädern und teuren Autos.

          Der Finanzmann, dessen Großvater in Auschwitz umgekommen war, fiel aber auch durch die eine oder andere geglückte Transaktion auf, etwa den Verkauf des Wertpapierhändlers Axfin an den deutschen Konkurrenten Consors im Jahr 1999. Strauss-Kahn und Leyne waren beide in jeweils zweistelliger Prozenthöhe an LSK beteiligt und traten häufiger gemeinsam auf, etwa bei der Gründung einer Bank in Südsudan im Mai 2013, an der sich die LSK-Tochtergesellschaft Assya Asset Management beteiligt hatte.

          Die Geisterfirma Firtscaution

          Anfang 2014 riefen Leyne und Strauss-Kahn einen Hedgefonds ins Leben, der mit den volkswirtschaftlichen Vorhersagen des ehemaligen IWF-Chefs arbeiten sollte. Seine Tochter Vanessa Strauss-Kahn, die Professorin an der französischen Universität ESCP Europe ist, kümmerte sich um die Anlegerstudien.

          Bis nach China und Tunesien reisten DSK und Leyne auf der Suche nach Investoren. „Mehrere hundert Millionen Dollar“ habe er eingesammelt, tönte Leyne noch im vergangenen September in einem Zeitungsinterview in Frankreich – eine glatte Lüge, wie sich später herausstellte.

          Längst hatten sich dunkle Wolken über den Geschäften zusammengeschoben. Der Schweizer Hedgefonds Insch Capital Management hatte etwa entdeckt, dass seine bei der Liechtensteiner VP Bank deponierten Gelder ohne jede Genehmigung plötzlich in Firmen aus dem LSK-Beteiligungskreis investiert waren, besonders in der „Versicherungsgesellschaft“ Firstcaution. „Doch diese Firma hatte keinerlei wirtschaftliche Aktivität“, staunte der Insch-Capital-Vorstandsvorsitzende Christopher Cruden. Erst nach langem Druck auf Leyne bekam er sein Geld zurück.

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