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Größte türkische Mediengruppe : Erdogan-Freunde zahlen mehr als 1 Milliarde Dollar für Medien-Gruppe

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Hürriyet ist eine der bekanntesten Zeitungen der Türkei. Bild: dpa

Jetzt ist es offiziell: Der größte Medienkonzern der Türkei wird an den staatsnahen Konzern Demirören verkauft. Darunter ist auch eine sehr bekannte Zeitung.

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          Die größte Mediengruppe der Türkei, Dogan, soll für rund 1,1 Milliarden Dollar (890 Mio. Euro) verkauft werden. Der Käufer sei der regierungsfreundliche Konzern Demirören, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Dogan-Mediengruppe.

          Zur Dogan-Mediengruppe gehören eine wichtige Nachrichtenagentur und führende Zeitungen des Landes, wie etwa „Hürriyet“, sowie Fernseh- und Rundfunkstationen. Darunter ist auch der lokale Ableger des amerikanischen Nachrichtensenders CNN. Diese würden durch den Verkauf in den Besitz des dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan freundlich gestimmten Unternehmens Demirören übergehen.

          Demirören besitzt Anteile am türkischen Gasverteilernetz, ein Einkaufszentrum in Istanbuls Innenstadt und ist für die Herausgabe von zwei auflagenstarken Tageszeitungen verantwortlich. Diese sind für ihre regierungsfreundliche Berichterstattung bekannt. Ein im Jahr 2014 geleaktes Video soll den Einfluss des türkischen Präsidenten auf den Konzern beweisen.

          Die Dogan-Mediengruppe galt bislang als unabhängig und hatte sich gegen Angriffe auf die Pressefreiheit von Seiten der türkischen Regierung gewehrt. Die Spannungen zwischen dem Unternehmen und dem türkischen Staatsoberhaupt sind seit 2009 bekannt. Erdogan sieht das unabhängige Medienunternehmen als Überbleibsel der Vergangenheit.

          Die Demirören-Gruppe kaufte 2011 bereits die Tageszeitungen "Milliyet" und "Vatan" von Dogan, die seitdem auf einen regierungsfreundlichen Kurs einschwenkten.  „Mit dieser riesigen Übernahme (...) kommt die türkische Massenmedien-Industrie unter die direkte politische Kontrolle von Präsident Erdogan", schrieb der renommierte Kolumnist Kadri Gürsel jetzt im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Damit sei der Prozess der Konzentration der Medien nach dem Modell des russischen Präsidenten Wladimir Putin abgeschlossen.

          Außer "Hürriyet" und deren englischer Ausgabe "Hürriyet Daily News" gehören zur Dogan-Mediengruppe auch die Zeitung "Posta" und das Sportblatt "Fanatik". In der Türkei gehören die Medien mit Ausnahme weniger Zeitungen wie "Cumhuriyet", "Evrensel" und "Birgün" großen Wirtschaftskonzernen, was sie aus Sicht von Kritikern anfällig für Druck durch die Regierung macht.

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