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Stichprobe bei Discountern : Antibiotikaresistente Keime auf jedem zweiten Hähnchen

  • Aktualisiert am

Bei den Proben aus den Discountern handelte es sich um Fleisch aus konventioneller Haltung. Bild: dpa

Ein Test der Umweltorganisation Germanwatch offenbart unschöne Zustände: Auf 56 Prozent der Hähnchenfleisch-Portionen aus Discountern fanden sich resistente Keime. Nur Bio-Fleisch fiel nicht negativ auf.

          Die Umweltorganisation Germanwatch hat bei Hähnchenfleisch aus Discountern in rund jeder zweiten Stichprobe antibiotikaresistente Keime gefunden. Die 59 Proben aus zwölf städtischen Regionen in Deutschland seien im Labor für Pharmazeutischen Mikrobiologie der Universität Greifswald analysiert worden, sagte Reinhild Benning, Agrarexpertin bei Germanwatch am Dienstag in Berlin. Das Ergebnis: 56 Prozent der Portionen Hähnchenfleisch aus Discountern seien mit Keimen besiedelt gewesen, die resistent gegen bestimmte Antibiotika sind.

          „Diese Befunde halten wir für alarmierend“, ergänzte Benning. Hohe Resistenzraten von 49-66 Prozent auf Hähnchenfleisch zeigten auch anonymisierte staatliche Untersuchungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, so Germanwatch. Bei den Proben aus den Discountern handelte es sich um Fleisch aus konventioneller Haltung, das von den vier umsatzstärksten Schlachthofkonzernen in Deutschland stammte.

          Keiner der Schlachthöfe habe durchweg unbelastetes Hähnchenfleisch angeboten, kritisierte die Organisation. Bei Testkäufen in Schlachtereien, die nicht industriell arbeiteten, seien derweil bei elf Proben lediglich neun Prozent des Hähnchenfleischs mit solchen Keimen belastet gewesen. Sechs der elf Proben stammten aus Bio-Betrieben. In diesen wurden keinerlei antibiotikaresistenten Keime gefunden.

          Bei der Zubereitung des Fleischs könnten resistente Keime durch Lücken bei der Küchenhygiene in den menschlichen Körper gelangen, schreibt Germanwatch. Bei späteren Infektionen schlügen verschriebene Antibiotika dann manchmal nicht mehr an. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung entdeckte im vergangenen November in einer Studie, dass in einigen Mastgeflügelketten weiterhin hohe Resistenzraten bestehen. Das Fleisch könne etwa als Quelle für resistente Keime beim Menschen weiter von erheblicher Bedeutung sein. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung sei in den vergangenen Jahren in Deutschland generell aber rückläufig.

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