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Digitalisierung der Medizin : „Die Ärzte müssten jubeln“

Ärzte analysieren Röntgenbilder: Wer darf die Befunde sehen? Bild: plainpicture/Rui Camilo

Keiner in Europa stellt mehr Programme für Arztpraxen her als die Koblenzer Compugroup. Umso mehr hadert der Vorstand mit der zögerlichen Einführung der sicheren Datenautobahn im Gesundheitswesen.

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          Jeder zweite Arzt in Deutschland nutzt die Software der Compugroup. Für Abrechnungen, Praxismanagement, die Verwaltung von Patientendaten. In anderen europäischen Ländern ist der Marktanteil des Koblenzer Unternehmens teils sogar noch höher. Nicht nur mit Arzt- und Zahnarztpraxen, auch mit Laboren, Apotheken, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist die Compugroup Medical SE gut im Geschäft. Die Kundschaft gilt als anspruchsvoll, aber wenn sie sich entschieden hat, ist sie treu. Ärzte wechseln ungern den Softwareanbieter.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

          Compugroup liefert nicht nur Programme, das Unternehmen ist neben T-Systems bislang der einzige Anbieter von Konnektoren – Geräten, mit denen alle Akteure im Gesundheitswesen an die geplante sichere Datenautobahn angeschlossen werden sollen. Das „Telematikinfrastruktur-Projekt“ aber kommt nur schleppend voran. Mehrfach wurde die flächendeckende Einführung schon verschoben, gerade hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Ärzten wieder mehr Zeit gegeben. Statt Ende 2018 gilt jetzt Mitte 2019 als letzte Anschlussfrist. Die Begründung von Spahn: die Industrie sei nicht lieferfähig. Frank Gotthardt kann es nicht glauben. „An uns liegt es nicht“, sagt der 68 Jahre alte Gründer, Vorstandschef und Großaktionär.

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