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SAP-Milliardär : Dietmar Hopp ordnet sein Biotechnologie-Erbe

Dietmar Hopp war einer der ersten deutschen Investoren, die an die Chancen der Biotechnologie glaubten. Bild: Wolfgang Eilmes

Dietmar Hopp ist seit Jahren der größte Curevac-Investor. Zeitweise stand er mit dem Unternehmen im Fokus des öffentlichen Interesses. Jetzt ordnet er sein Erbe – und verkauft wohl auch Curevac-Anteile.

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          Der SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp regelt offenbar sein Erbe. Das wirkt sich auch auf seine Curevac-Beteiligung aus. Der einundachtzigjährige IT-Pionier, vielen als Mäzen des Fußballvereins TSG Hoffenheim bekannt, kündigte am Freitag an, „im Zuge der geplanten Vermögensnachfolgeregelung“ seine Beteiligungsgesellschaft Dievini komplett zu übernehmen.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.
          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          In der Gesellschaft hat Hopp seine Biotechunternehmen gebündelt, in die er über die Jahre etliche hundert Millionen Euro gesteckt hat. Der Milliardär war neben den Hexal-Erben und heutigen Biontech-Großaktionären, den Brüdern Andreas und Thomas Strüngmann, lange der Einzige, der junge deutsche Biotech-Unternehmen im großen Stil finanzierte. Wichtigste Beteiligung seiner Holding ist heute der Tübinger Impfstoffentwickler Curevac , der bisher allerdings noch keinen marktreifen Corona-Impfstoff vorlegen konnte.

          Hopps Familie soll Dievini künftig vollständig übernehmen, drei weitere geschäftsführende Gesellschafter geben ihre Anteile ab und erhalten im Gegenzug Aktien von Curevac, wie Dievini und das Bundeswirtschaftsministerium als weiterer Curevac-Financier mitteilten. Die drei ausscheidenden Gesellschafter würden als Geschäftsführer weitermachen.

          Neuverhandlungen eines Vertrags mit der KfW

          Im Zuge der Neuregelung hat Hopp auch den Investorenvertrag mit der staatseigenen Förderbank KfW neu verhandelt, die kurz vor dem Börsengang im Sommer 2020 mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen war. Hopp hat nun das Recht, bis Mitte August Curevac-Aktien für bis zu 450 Millionen Euro zu verkaufen, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Bisher waren es maximal 250 Millionen Euro.

          Eine Dievini-Sprecherin bezeichnet das Volumen allerdings nur als theoretische Größe. Konkret wolle Hopp nur so viele Aktien verkaufen, dass er den Umbau von Dievini zu einer reinen Familien-Holding finanzieren könne. Sowohl Hopp als auch die Bundesrepublik Deutschland planten darüber hinaus keinen weiteren Aktienverkauf. Hopp hält 46 Prozent an Curevac, davon knapp 42 Prozent über Dievini. Er ist seit mehr als 15 Jahren an dem Biotech-Unternehmen beteiligt und hielt zeitweise 90 Prozent der Anteile.

          Curevac maß dem Anteilsverkauf auf Anfrage keine große Bedeutung bei. „Das ist ein rein technischer Vorgang“, teilte eine Sprecherin mit. Dieser habe keinen Einfluss auf die Geschäftsstrategie oder die Kooperation mit dem Pharmariesen GSK. Beide Hersteller arbeiten an einem Covid-19-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation.

          Dievini bleibe der größte Curevac-Aktionär. Schon im Herbst hatte es eine erste Dievini-Meldung an die Börsenaufsicht SEC gegeben, dass man darüber nachdenke, einen Teil der Curevac-Anteile zu verkaufen. Die Anleger reagierten dennoch nervös auf die Bekanntgabe. Der Kurs des Unternehmens verlor an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq zu Handelsbeginn am Freitag deutlich, zeitweise mehr als 9 Prozent.

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