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„Dieselgate“ : Volkswagen muss weitere Millionenstrafe in Kanada zahlen

  • Aktualisiert am

Volkswagen-Präsentation bei der Internationalen Auto-Show in Toronto 2019 Bild: Reuters

Im Skandal um manipulierte Abgastestwerte billigte ein kanadisches Gericht einen Vergleich des Autoherstellers mit der Landesregierung. Es handelt sich um die mit Abstand höchste Strafe für Umweltdelikte, die in Kanada bisher verhängt wurde.

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          Volkswagen muss in Kanada wegen des Dieselskandals eine weitere Millionenstrafe zahlen. Ein Gericht in Toronto billigte am Mittwoch einen zwischen dem Autobauer und der kanadischen Regierung erzielten Vergleich. Er sieht eine Strafzahlung von 196,5 Millionen kanadischen Dollar (135,5 Millionen Euro) vor. Volkswagen hatte sich zuvor schuldig bekannt, gegen Umweltschutzgesetze verstoßen zu haben. Volkswagen zahle damit eine um das 26-fache höhere Summe, als jemals als Strafe für Umweltdelikte in Kanada gezahlt worden sei, erklärte Staatsanwalt Tom Lemon.

          Die kanadische Regierung hatte im Dezember Klage gegen Volkswagen in 60 Punkten eingereicht. Sie beschuldigte den Autobauer vor allem der gezielten Einfuhr von Autos, die nicht den kanadischen Umweltschutzgesetzen entsprechen, sowie der gezielten Desinformation. Die Klage bezog sich auf den Import von rund 128.000 Autos zwischen Januar 2008 und Dezember 2015 und wurde nach vierjährigen Untersuchungen des kanadischen Umweltministeriums erhoben.

          Die jetzige Millionensumme kommt zu früheren Straf- und Entschädigungszahlungen durch Volkswagen in Kanada hinzu. Im Jahr 2016 hatte der Wolfsburger Konzern in die Zahlung von insgesamt 2,4 Milliarden kanadischen Dollar an Entschädigungen für die Käufer der 128.000 Autos eingewilligt. Ferner verhängte die kanadische Wettbewerbsbehörde im selben Jahr eine Strafe von 17,5 Millionen kanadischen Dollar gegen Volkswagen wegen irreführender Werbung.

          VW hatte im September 2015 auf Druck von amerikanischen Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben. Durch sogenannte Abschalteinrichtungen („Defeat Devices“) wurden die Stickoxid-Messwerte auf dem Prüfstand nach unten frisiert. Weltweit betraf die Affäre laut damaligen Unternehmensangaben rund elf Millionen Dieselautos. Wegen des „Dieselgate“-Skandals hat der Konzern bereits mehr als 30 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht. Die rechtliche Aufarbeitung der Affäre dauert weiter an.

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