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Dieselskandal : Früherer VW-Manager in Kroatien festgenommen

  • Aktualisiert am

Ein Auspuff eines Volkswagens auf einem Mitarbeiterparkplatz Bild: dpa

Im Zuge der Verfolgung von Verantwortlichen des VW-Dieselskandals ist den amerikanischen Behörden offenbar ein weiterer Beschuldigter ins Netz gegangen.

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          Ein früherer VW -Manager ist in Kroatien festgenommen worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kam der Mann wegen einer möglichen Beteiligung am Abgasskandal bei Volkswagen in Haft. Wie das „Handelsblatt“ zuvor berichtete, war ein von amerikanischen Strafermittlern beantragter Haftbefehl die Grundlage für das Vorgehen der kroatischen Behörden.

          Unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise berichtete das Blatt, dass amerikanische Ermittler in dem ehemaligen VW-Manager einen Verantwortlichen für den Betrug bei der Tochtergesellschaft Audi sehen. Volkswagen wollte sich nicht dazu äußern. Laut dem Bericht droht dem ehemaligen Manager die Auslieferung in die Vereinigten Staaten.

          Dort wurden schon zwei frühere VW-Mitarbeiter zu jahrelangen Haft- und hohen Geldstrafen verurteilt. Vor gut zwei Jahren war der VW-Manager Oliver Schmidt auf dem Weg in den Urlaub von amerikanischen Fahndern am Flughafen von Miami verhaftet worden. Er sitzt wegen Verschwörung zum Betrug eine siebenjährige Haftstrafe in Amerika ab. Seine Festnahme gilt für andere Manager, die von amerikanischen Behörden wegen des „Dieselgate“ gesucht werden, als Mahnung, nicht ins Ausland zu reisen. Zum Kreis der Gesuchten gehört auch der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn.Gegen ihn und weitere mutmaßlich Verantwortliche liegen Strafanzeigen und Haftbefehle der amerikanischen Justizbehörden vor.

          Dem nun festgenommenen ehemaligen Audi-Manager wurden der Zeitung zufolge offenbar die verschärften Kontrollen in der Corona-Krise zum Verhängnis. Wie andere EU-Länder auch speichert Kroatien die Daten von einreisenden Personen. Nähere Details zum Aufenthalt des Managers und zu seiner Verhaftung seien nicht bekannt.

          VW hatte im September 2015 Abgasmanipulationen in großem Stil eingeräumt. Für den Skandal verbuchte der Konzern schon Kosten in Höhe von 31,3 Milliarden Euro – der größte Teil davon entfiel auf Strafen und Entschädigungen in Amerika. 

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