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Verfahren in Abgas-Affäre : Früherer VW-Manager stimmt Auslieferung nach Deutschland zu

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In der Diesel-Affäre hat ein früherer VW-Manager seiner Auslieferung nach Deutschland zugestimmt. Bild: dpa

Ein wegen seiner Rolle im „Dieselgate“-Skandal in den Vereinigten Staaten verurteilter früherer Volkswagen-Manager könnte bald nach Deutschland ausgeliefert werden. Der Mann wurde 2017 kurz vor dem Rückflug von einem Florida-Urlaub vom FBI geschnappt.

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          In das Verfahren um die Auslieferung des wegen seiner Rolle im „Dieselgate“-Skandal in den Vereinigten Staaten verurteilten und inhaftierten früheren Volkswagen-Managers Oliver Schmidt nach Deutschland kommt Bewegung. Schmidt gab am Donnerstag bei einer Gerichtsanhörung in Detroit seine Zustimmung, in sein Heimatland überstellt zu werden. Ob dies genehmigt wird, liegt letztlich aber in der Macht der Justizbehörden und ist laut Schmidts Anwälten noch nicht abschließend geklärt. Man bemühe sich, das Verfahren weiter voranzutreiben.

          Schmidt war 2017 als angeblicher Mittäter bei VWs Abgasmanipulationen in den Vereinigten Staaten zu sieben Jahren Gefängnis und 400.000 Dollar Geldstrafe verurteilt worden. Seine Anwälte setzen sich seit Jahren für eine Auslieferung nach Deutschland ein, wo er seine restliche Haft absitzen könnte. Dies gelang zuvor bereits dem früheren VW-Ingenieur James Liang, der als erster Angeklagter im Abgas-Skandal in den Vereinigten Staaten verurteilt worden war. Er wurde Ende 2019 nur wenige Wochen nach seiner Rückkehr nach Deutschland vorzeitig aus der Haft entlassen.

          Schmidt war laut Anklage von Februar 2012 bis März 2015 in leitender VW-Funktion mit Umweltfragen in Amerika betraut und soll angeblich die Justizbehörden bei ihren „Dieselgate“-Ermittlungen getäuscht haben. Das FBI hatte den Deutschen am 7. Januar 2017 vor dem Rückflug von einem Florida-Urlaub in die Heimat geschnappt. Ob mit Schmidt ein Drahtzieher oder eher ein Bauernopfer in dem Skandal verurteilt wurde, der dem VW-Konzern schon über 30 Milliarden Euro an Rechtskosten verursacht hat, ist bis heute nicht ganz klar.

          Die Vereinigten Staaten haben in der „Dieselgate“-Affäre eine ganze Reihe früherer Mitarbeiter von Volkswagen angeklagt, darunter auch der frühere Konzernchef Martin Winterkorn. Doch trotz internationaler Haftbefehle müssen die meisten von ihnen keine unmittelbaren Konsequenzen fürchten, da ihnen keine Auslieferung in die Vereinigten Staaten droht. Bislang konnte dort nur Liang und Schmidt der Prozess gemacht werden. Im Juni wurde jedoch ein weiterer VW-Manager in Kroatien festgenommen, der vor Gericht gestellt werden könnte.

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