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Diesel-Skandal : Achterbahnfahrt für VW

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Das Oberlandesgericht Braunschweig drängt in der Musterfeststellungsklage gegen VW auf eine Vergleich bis zum Jahresende 2019. Bild: dpa

Bis zuletzt sah Volkswagen keine Basis für einen Vergleich, von dem 463.000 Verbraucher profitieren könnten. Nun macht das Oberlandesgericht Braunschweig Druck.

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          Es gehe „ums Eingemachte“. Mit dieser Kampfansage stimmte einer der Klägeranwälte die Diesel-Fahrer via Youtube auf die Fortsetzung der Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen ein. Für die Kläger artete die Verhandlung in eine Achterbahnfahrt der Gefühle aus: Sie starteten mit Wucht und fielen zunächst ins Bodenlose. Denn zu Beginn räumte das Oberlandesgericht zunächst viele Ansprüche gegen den Autohersteller ab. Ein Fünkchen Hoffnung bleibt noch, sollten die Richter eine sogenannte deliktische Haftung von VW bejahen. Gerade hier fehlt aber die einheitliche Linie der Gerichte, und der Senat in Braunschweig will sich bislang nicht positionieren.

          Umso überraschender kam aus Sicht der Kläger der vehemente Vorstoß des Gerichts, das auf einen Vergleich bis zum Jahresende drängt. Für die Verbraucherschützer ist das wiederum ein sehr komfortables Szenario. Damit konnten sie, die Niederlage vor Augen, nach dem Verlauf der Verhandlung nicht mehr rechnen.

          Der Druck lastet nun eindeutig auf VW. Befriedet der Konzern den Streit mit einer Milliardenzahlung, ohne damit eine Schuld einzugestehen? Wenn ja, ruft das weitere Diesel-Fahrer auf den Plan? Sie könnten bis Ende Dezember Klagen einreichen. Ein solcher „Streisand“-Effekt hat schon anderen Konzernen geschadet.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

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