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Spanischer Schaumwein : Die heile Welt des Cava

Schneller reif: Wegen des Klimawandels beginnt die Weinlese in der spanischen Penedès-Region mittlerweile meist schon im August. Bild: D.O. Cava

Weder Pandemie noch Krieg können den spanischen Schaumwein stoppen. In der katalanischen Penedès-Region sind Freixenet und Codorníu zuhause, aber auch Hunderte kleinere Winzer, die noch viel mehr können.

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          Vom Weg ist nach dem Abzweig von der asphaltierten Straße kaum noch etwas zu erkennen. Der Geländewagen kämpft sich mühsam den felsigen Steig hinauf. Auf einmal öffnet sich eine Lichtung. Aus dem schmalen Weinberg macht sich ein Fuchs davon. Die Reben haben schon Blätter getrieben. „Hier wächst Xarello. Es steckt so viel in ihm“, sagt Joan Cusiné. Die heimische katalanische Traubenart fehlt in kaum einem Cava. Im Weingut Parés Baltà machen sie daraus nicht nur den spanischen Schaumwein, sondern auch Weißwein, der zum Teil in großen tönernen Amphoren reift.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der Winzer aus der Penedès-Region im Nordosten des Landes zeigt, woher die Idee dafür stammt. Zu Fuß geht es ins Unterholz: In den Felsen zwischen den Weinbergen haben die Iberer vor 2300 Jahren einen Ofen gehauen. Dort brannten die Vorfahren der heutigen Spanier die hohen Gefäße, die die Phönizier mit Flüssigkeiten für den Handel über das nahe Mittelmeer füllten – auch mit Wein, der in der Region jahrtausendelang gut gedieh, bis im 19. Jahrhundert die Reblaus kam.

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