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Kundenservice : Die Postbank will kein Englisch sprechen

Die Postbank hat genau 1881 Follower bei Twitter. Bild: dpa

Ein englischsprachiger Kunde wartet auf eine neue Bankkarte und schreibt die Postbank auf Twitter an. Eine Antwort auf seine Frage bekommt er nicht, doch die Begründung dafür kann sich sehen lassen.

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          Den Kundenservice seiner Bank muss man heute nicht mehr zwangsläufig anrufen. Wer sich die Zeit in der Warteschleife ersparen will, kann viele Geldhäuser mittlerweile einfach in den sozialen Medien anschreiben - so auch die Postbank. Genau das hat Joe Miller auf Twitter getan. Sein Problem: Er wartet seit über zwei Wochen auf eine neue Postbank-Karte samt Pin und gibt sich wenig Mühe seinen Ärger darüber zu kaschieren. „Schlechtester Service aller Zeiten“, „Zeit, die Bank zu wechseln“.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das liest man bei der Postbank natürlich gar nicht gerne. Entsprechend reagierte das Twitter-Team der Bank - nur anders, als Miller sich das wohl erhofft hatte. Denn eine Antwort bekam er nicht. Nach der üblichen Dankesfloskel für seine Nachricht, bat man ihn stattdessen darum, sein Anliegen doch bitte nochmal auf Deutsch durchzugeben - und das wohlgemerkt in perfektem Englisch.

          Nun war Millers Frage nicht allzu kompliziert zu beantworten und Englisch spricht man in der Postbank der Antwort auf Millers Tweet nach zu urteilen offensichtlich auch ganz passabel. Zumal die Postbank ihre Webseite selbstverständlich komplett auf Englisch anbietet und das tägliche Bankgeschäft längst von englischen Begriffen wie „Online-Banking“, „Brokerage“ oder „Trading“ geprägt ist.

          Doppelt bitter für die Postbank: Joe Miller ist Chefredakteur und Moderator bei ESL.TV, einem bekannten Sender für eSport. Ihm folgen 148.000 Twitternutzer. Und Miller hatte sichtlich Spaß daran sein Postbank-Problem ein wenig breiter zu treten. Erst twitterte er „Ich habe einen Shitstorm in Deutschland ausgelöst. Bekomme ich dafür jetzt was?“, dann verkündete er seinen Followern jetzt eine Karte bei der DKB beantragt zu haben.

          Letzten Endes meldete sich ein Postbank-Mitarbeiter per Telefon bei ihm, der ihm erklärte, es habe ein Problem im System gegeben, weshalb seine Karte wohl auf dem Postweg verloren gegangen sei. Millers Fazit: „Das System ist archaisch, es ist 2016.

          Die Postbank selbst erklärte sich auf Twitter übrigens so: Die Bank sei nur innerhalb Deutschlands tätig, daher sei die Unternehmenssprache nun mal deutsch. Der „Süddeutschen Zeitung“  sagte ein Sprecher, aus juristischen Gründen dürfe man solche Anfragen nur auf deutsch beantworten. Den Spott hat die Postbank freilich trotzdem sicher.

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