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Thyssen in Not : Die IG Metall sucht den Schulterschluss mit der Krupp-Stiftung

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Wohnlich: Die einst von Alfred Krupp errichtete Villa Hügel im Essener Stadtteil Bredeney Bild: dpa

Was wird aus dem deutschen Traditionsunternehmen Thyssen Krupp? Nach dem scheidenden Aufsichtsratschef schlagen jetzt die Arbeitnehmervertreter Alarm.

          Nach der abermals aufgeflammten Führungskrise im deutschen Traditionsunternehmen Thyssen Krupp will die IG Metall gemeinsam mit der Krupp-Stiftung den Konzern zurück in die Spur bringen. „Das ist bedauerlich“, sagte der Gewerkschaftssekretär und stellvertretende Aufsichtsratschef Markus Grolms über den Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Lehner. „In solchen Zeiten ist die Mitbestimmung unverzichtbar für die Stabilität des Unternehmens. Gemeinsam mit der Krupp-Stiftung werden wir genau dafür einstehen“, fügte Grolms hinzu. Auch in veränderten Konstellationen gehe es darum, Verantwortung für das Unternehmen und seine Beschäftigten zu übernehmen.

          Lehner hatte zuvor für Ende des Monats seinen Rücktritt angekündigt. Er begründete dies wie schon der vor nicht mal zwei Wochen ausgeschiedene Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit einer mangelnden Unterstützung durch die großen Aktionäre. Der Aufsichtsrat will in Kürze über die Nachfolge Lehners entscheiden. Die Arbeitnehmervertreter haben dort zehn der 20 Sitze und die Krupp-Stiftung zwei. Sie ist mit 21 Prozent größter Einzelaktionär vor dem Finanzinvestor Cevian mit knapp 18 Prozent. Cevian ist mit einem Sitz im Kontrollgremium vertreten.

          Lehner teilte mit, seine Entscheidung solle dazu beitragen, „das notwendige Bewusstsein bei allen Beteiligten zu schaffen, dass eine Zerschlagung des Unternehmens und der damit verbundene Verlust von vielen Arbeitsplätzen keine Option darstellt - weder im Sinne des Stifters noch im Sinne unseres Landes“.

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