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Die gelbe Box : Sammelstelle für Power-Akkus

Altbekannt und viel genutzt: Zur grünen Box kommt im Januar eine gelbe Bild: obs

Immer mehr Geräte tragen leistungsfähige Batterien ins sich. Von Januar an müssen deutsche Verbraucher daher umdenken, wenn sie die Akkus entsorgen wollen.

          „Entsorgen Sie niemals Akkus über den Hausmüll.“ Der Hinweis ist obligatorisch in Gebrauchsanleitungen und wird meist überlesen. Dennoch ist die geordnete Rückgabe von alten Batterien in den Recyclingprozess längst zum Alltag der deutschen Verbraucher geworden. Es landen nur wenige ausgediente Zink-Kohle-, Alkali-Mangan-, Nickel-Cadmium- oder Silberoxid-Batterien im Hausmüll oder gar in der Gosse. Deutschland hat im europäischen Vergleich eine der höchsten Rücknahmequoten. Im Schnitt bringt jeder Deutsche jährlich acht Altbatterien und Akkus zu Sammelstellen im Einzelhandel oder auf Wertstoffhöfen. Vor 14 Jahren, nachdem im Oktober 1998 die Batterieverordnung in Kraft trat, waren es nur vier gewesen. Die Verbraucher haben gelernt. Für sie ist die grüne Box im Super- oder Baumarkt zur Selbstverständlichkeit geworden. Nun aber müssen sie dazulernen. Denn es wird bald auch eine gelbe Box geben – und die wird sehr viel größer sein.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Die Verbraucher müssen für eine neue Herausforderung sensibilisiert werden, sagt Georgios Chryssos, Alleinvorstand von GRS Batterien – dem Gemeinsamen Rücknahmesystem in Deutschland. Die heißt „Hochenergiebatterie“. Jedes Jahr kommen immer mehr Laptops, Smartphones, MP3-Spieler, Akku-Bohrer, -Schrauber und -Staubsauger auf den Markt, die mit immer leistungsfähigeren Batterien ausgestattet werden. Sie haben sich mittlerweile wegen des zu liefernden Betriebsstroms zu kleinen Elektrizitätswerken entwickelt. Chryssos ist Chef einer Stiftung, die Batteriehersteller wie Varta, Duracell, Energizer, Panasonic oder Sony 1998 gegründet hatten, um ein Rücknahme- und Recyclingsystem zu schaffen. Geht es nach ihm, soll der neue, gelbe Sammelkasten gar nicht in Erscheinung treten. „Neben der Grünen soll keine Gelbe stehen“, sagt er. „Die Gefahr der Verwirrung wäre einfach zu groß, weil nicht jedem der Unterschied zwischen normaler Batterie und Hochenergiebatterie zu erklären ist.“

          „Alles, was groß ist, kommt in die gelbe Box“

          Handlungsbedarf aber gibt es. Zu gefährlich wäre eine gedankenlose und unsachgemäße Entsorgung dieser Stromspeicher. Schon vor drei bis vier Jahren war zu erkennen, dass bald eine Flut von verbrauchten Hochleistungsakkus kommen wird. Zwangsläufig treten die Ermüdungserscheinungen solcher aufladbarer Batterien auf. Anhand der Verkaufszahlen der Geräte lässt sich leicht hochrechnen, wann die Masse dieser kleinen potentiellen Umweltminen anfallen wird. „Es war absehbar, dass unser Sammelsystem für die neuen Batterietypen ertüchtigt werden muss“, sagt Chryssos, der wegen der erfolgten Vorbereitungen nicht die Gefahr von tickenden Zeitbomben sieht.

          GRS hat das Sammelsystem in Deutschland von 2014 an in drei Sicherheitsklassen unterteilt; in herkömmliche Batterien, Hochenergiebatterien und beschädigte Hochenergiebatterien. Für die erste Kategorie reicht unverändert die grüne Box. Für die beiden neuen Klassen gilt hingegen eine Rückgabe in, wie Chryssos es ausdrückt, „kontrollierter Umgebung“. Bevor diese in gelbe Sammelbehälter kommen, werden sie von geschulten Mitarbeitern an den Sammelstellen entgegengenommen; sei es im Bau- oder Elektromarkt oder im Fachhandel; also dort, wo es ein besonders großes Aufkommen zurückgegebener Hochleistungsbatterien geben wird. Im Einzelhandel oder in Drogeriemärkten bleibt es bei der grünen Box. „Alles, was groß ist, kommt in die gelbe Box“, versucht der GRS-Chef eine simple Regel aufzustellen. Ihm geht es darum, dass die Verbraucher das Gefährdungsrisiko erkennen, wenn die großen Batterien sorglos weggeworfen werden würden. „Wichtig ist, dass sie die Akkus an eine bestimmte Stelle zurückbringen“, sagt er. „Wie sie verpackt, abgeholt und recycelt werden, müssen sie nicht wissen.“

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