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Deutsche Börse : „Die Fusion ist gottgewollt“

Carsten Kengeter Bild: Helmut Fricke

Investmentbanker und die Religion – das ist ein Kapitel für sich. Nach dem Goldman-Sachs-Chef beruft sich jetzt der Chef der Deutschen Börse auf Gott.

          Investmentbanker und die Religion, das ist ein Kapitel für sich. Dem Chef von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hängt noch heute nach, dass er 2009 sagte, er sei ein „Banker, der Gottes Werk verrichtet“. Der Aufschrei war damals groß, die Goldmänner haben bis heute damit zu tun, dem Publikum das Zitat als selbstironisch zu verkaufen.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ähnliche Arbeit dräut nun den PR-Strategen der Deutschen Börse, auch dort hat seit einiger Zeit ein ehemaliger Investmentbanker das Sagen: Carsten Kengeter, nahe Heilbronn geboren und in London sozialisiert, kämpft im Moment für eine Fusion des Konzerns mit der Londoner Börse – mit ihm als Chef und London als Sitz der Holding, was in Frankfurt nicht alle amüsiert.

          Auf einer Betriebsversammlung am Mittwoch hat Kengeter vor ein paar Hundert Zuhörern deshalb alle Zweifler erinnert, dass er in göttlicher Mission unterwegs sei. „Die Fusion ist gottgewollt“, sagte der Börsenchef. Eher unwahrscheinlich, dass Frankfurts Pfarrer den Satz bald von der Kanzel predigen.

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