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Messebericht : Der Druckbranche ist Papier nicht mehr genug

  • -Aktualisiert am

Druck auf Folie: Den Silberstreifen der neuen neuseeländischen 5-Dollar-Note ziert Sicherheitstechnik aus Franken. Bild: Firma Kurz

Bunte Bögen und Kartons? Die Drucktechnik von heute kann viel mehr. Ergebnis sind Produkte, die spektakulär aussehen und ganz neue Funktionen haben. Ein Rundgang auf der Leitmesse Drupa.

          Die Zukunft ist bunt und oft dünn. Sehr, sehr dünn. Bei der Kurz-Gruppe aus Fürth zum Beispiel sind viele metallische Farben im Spiel. Das liegt an den Produkten, die die Franken auf der Drupa in Düsseldorf, der Leitmesse der Druckindustrie, in diesen Tagen präsentieren. Kurz druckt Folien. Und das bestätigt schon einmal, was aus der Branche immer zu hören war, wenn es um ihre Dauerkrise ging, um Tausende abgebauter Stellen, um schwankende Riesen wie Heidelberger Druck oder Koenig und Bauer, den ältesten Druckmaschinenhersteller der Welt.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es hieß stets, dass Druckmaschinen nicht nur für Papier da seien, nicht nur für klassische Medien und Printprodukte, die jahrzehntelang für gute Geschäfte gesorgt hatten. Sondern eben auch für allerlei andere Materialien. Mit anderen Worten: Die Digitalisierung des Lebens lasse für die Druckindustrie noch genug Luft zum Atmen, sie müsse sich allerdings umstellen, neue Verfahren einsetzen und auf andere Geschäftsfelder setzen. Die Folien von Kurz sind dafür ein Symbol, eines von vielen. Es gibt sie mit Touch-Sensoren, die sie für Elektronik nutzbar machen, mit aufwendigen holographischen Elementen, die Geldscheine sicherer machen – und so dünn, dass sie unter einem Nanometer, also dem milliardsten Teil eines Meters liegen. Das sei schon mehr als Nano-Druck, heißt es.

          Herausforderung für Maschine und Mensch

          Auch bei Kurz geht es im weiteren Sinn um das Thema Verpackungen. Markus Hoffmann aus der Geschäftsleitung berichtet zum Beispiel, dass manche Hersteller von Edel-Schokolade niemals auf Prägefolien verzichten würden. Eine hochwertige Präsentation gehe ihnen über alles. Und das Unternehmenslogo müsse in höchster Qualität geliefert werden. „Man kann sich kaum vorstellen, was da für ein Aufwand betrieben wird.“ Das korrespondiert mit den optimistischen Prognosen aus dem eigentlichen Verpackungsdruck. Allein dieser Sparte, also bedruckten oder unbedruckten Verpackungen, wird ein jährliches Wachstum von 4 bis 5 Prozent zugetraut. Bis zum Jahr 2018 sollen fast eine Billion Dollar Umsatz möglich sein, heißt es. Aber das ist nur eine Facette der Hoffnung. Eine andere ist das sogenannte functional printing – also Druckerzeugnisse mit zusätzlichem Können.

          Bei Kurz sind das zum Beispiel Touch-Sensoren, die in Waschmaschinen zum Einsatz kommen sollen. Dabei ist die Benutzeroberfläche einem Smartphone ähnlich und eben nicht mehr zusammengebaut, sondern gedruckt. Es handelt sich um metallische Folien mit Schaltkreisen, also um gedruckte Elektronik. Oder Software in Folien. Gleichzeitig kann das Unternehmen Oberflächen so anspruchsvoll gestalten, dass sie praktisch nicht mehr kopierbar seien. Auf Geldscheinen ist auch das eine nützliche Funktion.

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