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Industrie 4.0 : Digitalisierung ist für Berater ein Segen

Disruption - für junge Menschen noch ohne Berater: 3D-Drucker im Eigenbau Bild: dpa

Mit Industrie 4.0 hat die Beraterbranche ihr neues Thema gefunden. Allein Capgemini hat über 300 Stellen offen. Und die Wettbewerber freuen sich ebenfalls über zusätzliches Geschäft.

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          Während manches Industrieunternehmen noch auf den großen Wachstumsimpuls durch die Digitalisierung der Wirtschaft unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ wartet, hat die Beraterbranche hier schon jetzt ihr neues Thema gefunden, das für steigende Umsätze und Mitarbeiterzahlen sorgt. Während zum Beispiel Accenture-Deutschlandchef Frank Riemensperger mit gutem Grund stetiger Gast auf diversen Digitalkonferenzen ist, berichtet auch sein Kollege Volkmar Varnhagen, der Geschäftsführer der Capgemini Deutschland GmbH, von stürmischen Zuwächsen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          „Als Capgemini-Gruppe beschäftigen wir mehrere tausend Mitarbeiter in Deutschland. Allein im Consulting stellen wir vor dem Hintergrund unseres signifikanten Wachstums in den digitalen Themen wie Industrie 4.0, Fintechs, Analytics sowie Cybersecurity mehr als 300 Mitarbeiter ein“, sagt Volkmar Varnhagen im Gespräch mit der F.A.Z.:

          „Der klar stärkste Geschäftstreiber ist für uns das Themenfeld der digitalen Transformation. Das lässt uns als Capgemini Consulting hierzulande seit einigen Jahren deutlich zweistellig wachsen.“

          Seine Berater begleiten nach den Worten von Varnhagen derzeit rund 150 Digitalisierungsprojekte – und stellen dabei fest, dass es keinen Königsweg in die Industrie 4.0 gibt. Mal ist der Aufbau einer neuen Organisation jenseits des angestammten Geschäfts sinnvoll, mal ein Ansatz, der direkt in Teile der bestehenden Organisation eingreift.

          Stimmige Governance entscheidend

          Eines ist nach den Worten Varnhagens aber immer gleich: „Die Transformation zur Industrie 4.0 kann auch mit einer geeigneten digitalen Infrastruktur nur dann nachhaltig und erfolgreich sein, wenn sie auf einer stimmigen Governance aufbaut.“

          In einem gemeinsamen Forschungsprogramm mit dem MIT Center for Digital Business habe sich gezeigt, dass der Erfolg der Transformation stark von einer kohärenten Steuerung von der Spitze des Unternehmens nach unten (Top-down) abhängig sei. „Die unkoordinierte Abfolge verschiedener Initiativen, die von der operativen Basis des Unternehmens ausgehen (Bottom-up), werden die erzielbaren Synergien durch Industrie 4.0 stark mindern “, ist Varnhagen überzeugt.

          Organisatorische Silos müssten an einem gemeinsamen Ziel ausgerichtet werden. „Insbesondere die Trennung von Geschäfts- und IT-Funktionen, die wir derzeit häufig beobachten, wird sich als echtes K.-o.-Kriterium erweisen“, gibt Varnhagen nüchtern zu Protokoll.

          Der Chief Digital Officer kommt

          Deshalb müssten eindeutige Rollen und Zuständigkeiten für die digitalen Initiativen des Unternehmens definiert werden: „Unsere bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schlüsselmechanismen dafür entsprechende Gremien, gemeinsame Einheiten auf Unternehmensebene und neue Rollen wie die der sogenannten ‚Digital Czars‘ (digitale Zaren) sind.“

          Viele Unternehmen hätten beispielsweise die Position des Chief Digital Officer geschaffen, der die verschiedenen digitalen Initiativen des Unternehmens koordiniere, um Synergien so gut wie möglich auszuschöpfen.

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