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Trotz Krieg und Corona : Die Deutschen gründen wieder mehr

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Junge Menschen sprechen über Ideen, wie hier im Social Impact Lab in Frankfurt. Bild: Frank Röth

Die Zahl der Betriebsgründungen steigt sowohl für große als auch für Kleinunternehmen. Und es gibt noch eine weitere positive Entwicklung für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

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          Trotz erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit durch den Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie werden in Deutschland wieder mehr große Unternehmen gegründet. Im ersten Quartal wurden etwa 35.000 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Das seien 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach Auswertung der Gewerbemeldungen mitteilte. Auch das Vorkrisenniveau vom ersten Quartal 2019 sei übertroffen worden, und zwar um 0,5 Prozent.

          Einen positiven Trend gibt es zudem bei neuen Kleinunternehmen. Hier zog die Zahl der Gründungen von Januar bis März um 3,2 Prozent auf rund 36.700 an. Allerdings liegt das Vorkrisenniveau noch in weiter Ferne: Im Vergleich zum Quartal gab es einen Rückgang von 22,0 Prozent. Die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe sank in den ersten drei Monaten des Jahres um 9,9 Prozent auf rund 85.500.

          Fachleuten zufolge sind Gründungen von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. „Existenzgründer beleben den Wettbewerb und halten so den Effizienzdruck auf etablierte Unternehmen hoch“, betont etwa die staatliche Förderbank KfW. „Durch die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen unterstützen sie den strukturellen und technologischen Wandel.“ Gründer spielten somit eine wichtige Rolle für Wachstum, Beschäftigung und die Zukunftsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft.

          Neben Neugründungen werden vom Statistikamt auch die vollständigen Gewerbeaufgaben gezählt. Diese lagen im ersten Quartal 2022 mit rund 121.500 um 6,2 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Vorkrisenniveau fielen sie dagegen um 12,6 Prozent niedriger aus. Dieser starke Rückgang „kann mit den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in der Corona-Krise zusammenhängen, welche die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für Gewerbetreibende mildern und Gewerbeaufgaben verhindern sollten“, erklärten die Statistiker.

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