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Aktienkurs unter Druck : Die Deutsche Bank hat wieder Ärger in Amerika

Hauptzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main Bild: AP

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve erteilt der Deutschen Bank schon wieder einen Rüffel. Anleger sind besorgt. Droht eine weitere Geldstrafe?

          1 Min.

          Die Deutsche Bank bekommt ihre Geldwäschekontrollen einfach nicht in den Griff. Berichte über einen weiteren Rüffel der amerikanischen Notenbank zu dem Thema haben zum Wochenstart den zuletzt ordentlich laufenden Aktienkurs der Bank unter Druck gesetzt.  Vor allem die Sorge vor neuen Sanktionen in Amerika beunruhigt die Anleger. Die Titel der Bank gaben im frühen Handel knapp 2 Prozent ab und entwickelten sich damit deutlich schlechter als der gesamte Dax, der nur 0,2 Prozent tiefer stand. 

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg hatten am Wochenende berichtet, dass die Federal Reserve (Fed) bei ihrer jährlichen Bewertung festgestellt habe, dass die Bank in Sachen Risikomanagement und Compliance weiterhin Mängel habe. Möglich seien Sanktionen, einschließlich hoher Geldstrafen. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Berichten nicht äußern.

          Ähnlich Rüffel hatte die Bank schon häufiger erhalten und in schöner Regelmäßigkeit gelobt der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing Besserung, so gerade erst in der vergangenen Woche auf der Hauptversammlung. In Person von Christiana Riley hatte die Bank erst Anfang 2020 eigens ein Vorstandsmitglied für das Amerika-Geschäft bestellt. Ihre vornehmliche Aufgabe ist die Verbesserung der Beziehung zu den Aufsichtsbehörden. Denn die regelmäßigen Beschwerden der Fed sind nicht nur schlecht für das Image, sondern kosten die Bank auch immer wieder Geld.

          Auch in Deutschland steht die Bank weiterhin unter der verschärften Beobachtung der Finanzaufsicht. Erst vor wenigen Wochen kam ans Licht, dass auch der Bafin die Verbesserung der internen Kontrollsysteme zur Geldwäschebekämpfung viel zu langsam vorankommen. Das Mandat des von der Aufsicht im Jahr 2018 eingesetzten Sonderaufpassers KPMG wurde daher noch einmal verlängert und sogar noch erweitert.

          Vor dem Hintergrund wird verständlich, dass Bankchef Christian Sewing in der Bekämpfung der Finanzkriminalität gerade noch einmal die Zuständigkeiten neu sortiert hat. Im Vorstand hat Stefan Simon im Mai die Verantwortung für diesen Bereich von Risikovorstand Stuart Lewis übernommen. Der bisherige oberste Geldwäschebekämpfer der Bank, Stefan Wilken, wurde abgesetzt. Seine Aufgaben übernahm der bisherige Leiter der amerikanischen Rechtsabteilung, Joe Salama.

          Auf der Hauptversammlung in der vorigen Woche gestand Sewing ein: „Bei der Überprüfung unserer Kunden und vor allem in der täglichen Überwachung der Zahlungsströme werden wir dem Anspruch unserer Aufseher noch nicht voll gerecht.“ 

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