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Auslastung von Test-Laboren : „Wir könnten weitaus mehr machen“

In einem Eurofins-Labor in Villeurbanne wird eine Covid-19-Probe entnommen. Bild: AFP

Haben Labor-Unternehmen zu reaktiv in der Corona-Krise gehandelt? Die Testkapazitäten sind jedenfalls noch lange nicht ausgeschöpft. Und doch könnte es zu einem Engpass in der Branche kommen.

          3 Min.

          Die Labordienstleister sind in der Corona-Krise gefragt wie nie zuvor. Denn ohne Impfstoff ist das massenweise Testen und anschließende Isolieren der Infizierten die Voraussetzung für die Lockerungspolitik der Regierungen. „Wir haben jetzt eine Bringschuld, daher weiten wir unsere Kapazitäten im Kampf gegen Covid-19 massiv aus“, berichtet der Vorstandsvorsitzende und Großaktionär des europäischen Diagnostik-Unternehmens Eurofins, Gilles Martin, im Gespräch mit der F.A.Z. Sein Unternehmen mit 800 Laboren in 50 Ländern hat seinen großen Schwerpunkt nicht bei medizinischen Tests, sondern ist auf die Bioanalyse von Lebensmitteln, Umwelt und Landwirtschaft spezialisiert. Bekannt wurde Eurofins unter anderem, weil das Unternehmen vor einigen Jahren Pferdefleisch in der Lasagne entdeckte.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Doch jetzt konzentriert sich der Diagnostik-Konzern mit seinen 47.000 Mitarbeitern auf das Testen von Covid-19. Ende Mai will Eurofins in der Lage sein, 10 Millionen Tests im Monat vorzunehmen, gibt Konzernchef Martin bekannt. Die Zahl der Tests nach dem PCR-Verfahren (Polymerase Chain Reaction), von denen Eurofins Mitte März noch 10.000 am Tag vornahm, muss sich damit verzehnfachen. Die Bluttests, die Antikörper suchen, sollen von 5000 am Tag sogar auf das Zwanzigfache steigen. Hinzu kommt, dass Eurofins Millionen von Reagenzien und Materialien an andere Labors liefern will. „Ende Mai möchten wir dazu beitragen, dass 20 Millionen Menschen im Monat getestet werden können“, kündigt Martin an.

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