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Die Chronologie der VW-Affäre : Vom ersten Gerücht bis zur Verurteilung

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Die Hauptangeklagten Klaus Volkert (l.) und Klaus-Joachim Gebauer Bild: dpa

Die Affäre bei Volkswagen hat ein korruptes System bloß gelegt, in dem Betriebsräte und Geschäftsführung in enger Abstimmung miteinander Politik machten. Von den ersten Gerüchten bis zur Verurteilung der Hauptverdächtigen hat es zweieinhalb Jahre gedauert.

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          Zweieinhalb Jahre nach Auftauchen der ersten Gerüchte über Korruption bei Volkswagen sind die Hauptverantwortlichen verurteilt worden. Die Enthüllungen legten ein System bloß, in dem Betriebsräte und Geschäftsführung eng zusammenarbeiteten und die Arbeitnehmervertreter für ihr Wohlverhalten mit erstaunlichen Begünstigungen bedacht wurden.

          30. Juni 2005: Berichte über eine Korruptionsaffäre bei VW kommen auf. Betriebsratschef Klaus Volkert erklärt seinen Rücktritt, bestreitet aber jede Verwicklung in die Affäre.

          8. Juli 2005: Personalvorstand Peter Hartz bietet seinen Rücktritt an.

          25. Juli 2005: Volkswagen stellt Strafantrag wegen möglicher Begünstigung von Betriebsräten.

          19. August 2005: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Volkert, knapp zwei Monate später auch gegen Hartz.

          15. November 2006: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig klagt Hartz wegen Untreue und Bestechung von Betriebsräten an.

          21. November 2006: Volkert wird verhaftet, nachdem er in einem Gespräch den Hauptbelastungszeugen, Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer, bedrängt haben soll, seine Aussage abzuschwächen.

          12. Dezember 2006: Nach einem Geständnis wird der Haftbefehl gegen Volkert aufgehoben.

          17. Januar 2007: Hartz steht vor Gericht. Gegen das Geständnis, sich mit 2,6 Millionen Euro zehn Jahre lang das Wohlwollen von Volkert erkauft zu haben, erspart die Anklage ihm den Auftritt von Prostituierten als Zeugen.

          25. Januar 2007: Nach einer Absprache zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht wird Hartz zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und zur Zahlung von 576.000 Euro verurteilt.

          15. November 2007: Prozessauftakt gegen Gebauer und Volkert. 18 Zeugen sind geladen, unter ihnen Hartz und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.

          22. Februar 2008: Volkert wird wegen Anstiftung und Beihilfe zur Untreue zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Gebauer erhält wegen Anstiftung zur Untreue und Begünstigung eines Betriebsrates eine einjährige Bewährungsstrafe.

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