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Investitionen für das Klima : Die Bahn braucht noch viel mehr Geld

  • -Aktualisiert am

Die Bahn soll billiger werden – doch das Geld für Investitionen fehlt Bild: Reuters

Politiker wollen die Bahn billiger machen, um das Klima zu retten. Doch auch so ist der Bedarf an Investitionen in die Infrastruktur schon gewaltig.

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          Die Politik liebt die Bahn. Das war nicht immer so, wie an der jahrzehntelang ungenügenden Alimentierung des Schienennetzes abzulesen ist. Wie alle Liebenden hegt die Politik aber auch hohe Erwartungen: Die Deutsche Bahn soll nicht weniger als das Klima in Deutschland retten. Mehr denn je ist die Politik bereit, dafür Geld hinzulegen. Den (auch dadurch) wachsenden Einfluss auf den Konzern, von dem sie sich in Börsengang-Zeiten schon weit entfernt hatte, will sie nicht mehr missen.

          Nun muss nur noch der Mensch mitspielen. Er nutzt nach Überzeugung vieler Politiker immer noch viel zu gern Auto oder Flugzeug, weil es bequemer ist, schneller ist oder zu allem Überfluss zuweilen weniger kostet. Deshalb soll Bahnfahren billiger werden. Fast einhellig fordern Politiker, die Mehrwertsteuer auf Ferntickets müsse sinken. Mit dieser Idee reisten schon die Ex-Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Rüdiger Grube; sie waren damit aber zur falschen Zeit unterwegs. Jetzt ist der Moment wohl da, und Bahnchef Richard Lutz sagt sogar zu, der Staatskonzern würde eine solche Steuervergünstigung von rund einer halben Milliarde Euro an die Kunden weitergeben. Ob sie sich für die Bahn entscheiden, nur weil ein Ticket 107 statt 119 Euro kostet, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Vermutlich übersteigt der Symbolcharakter der Maßnahme ihre Wirkung.

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