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Autoindustrie : Die Autoproduktion ruht

Ohne Anschluss: Kabelbäume für Autos, wie sie der Zulieferer Leoni herstellt, wiegen gut und gerne 60 Kilogramm. Bild: Bloomberg

Weil eine Handvoll Zulieferer aus ihren ukrainischen Fabriken keine Bordnetze liefert, stehen die Bänder von Volkswagen und BMW still.

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          Kaum hatte vorige Woche der Krieg in der Ukraine begonnen, da schloss der fränkische Autozulieferer Leoni vorsorglich seine beiden Werke in den Städten Stryji und Kolomyja. Bis vor einer Woche haben in den westukrainischen Leoni-Fabriken rund 7000 Mitarbeiter Bordnetzsysteme für Autos hergestellt. Ebenso wie andere internationale Zulieferer mit Standorten in der Ukraine, darunter Nexans, Yazaki, Sumitomo, Aptiv, oder Kromberg & Schubert. Den Autoherstellern fehlen jetzt sehr kundenspezifische Teile, die sie nicht aus Lagerbeständen oder anderen Fabriken ersetzen können. Denn die Zulieferer sind Anbieter von Produkten für das Energie- und Datenmanagement in der Autoindustrie – und sie liefern genau im Moment des Bedarfs, just in time. Vor allem Volkswagen und BMW trifft der Produktionsausfall besonders hart. Schon in wenigen Tagen werden gravierende Engpässe erwartet.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          „Der Konflikt in der Ukraine hat weitreichende Auswirkungen auf die Produktion der dortigen Zulieferindustrie. Die daraus resultierenden Produktionsausfälle führen in mehreren BMW-Werken ab Mitte der Woche sukzessive zu Produktionsanpassungen und -unterbrechungen“, sagte ein Konzernsprecher der F.A.Z. So ruht in der kommenden Woche die Fahrzeugproduktion in München und in Dingolfing sowie die Motorenfertigung in Steyr. Auch in Oxford, wo der Mini produziert wird, stehen die Bänder still. Damit nicht genug: Anpassungen der Produktionsschichten werden nach den Worten des Sprechers auch in den Werken Leipzig und Regensburg erforderlich sein. Damit ist fast die gesamte europäische Produktion des weiß-blauen Autoherstellers betroffen. BMW hat einen Krisenstab eingerichtet. „Die zuständigen Fachstellen sind mit den Lieferanten in intensiven Gesprächen, um die Versorgung über alternative Produktionsstandorte zu sichern und die Fertigung schnellstmöglich wieder anlaufen zu lassen“, sagte der Unternehmenssprecher.

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