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Schutz der Kinder und Daten : Eher eine Ankündigung, die beunruhigt

Ein Selfie nur für sich? Oder können es (bald) auch andere sehen? Bild: picture alliance / PhotoAlto

Apple rühmt sich, seinen Kunden überlegenen Datenschutz zu bieten. Insofern verwundern und beunruhigen die neuen Funktionen, die Apple jetzt für seine Geräte angekündigt hat.

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          Privatsphäre ist ein fundamentales Menschenrecht. Dieser Satz ist oft von Apple zu hören. Der Elektronikkonzern rühmt sich, seinen Kunden überlegenen Datenschutz zu bieten, und er unterstreicht das mit immer neuen entsprechenden Funktionen auf seinen Geräten, oft zum Leidwesen von Unternehmen wie Facebook, denen ein freierer Datenfluss lieber wäre. Vor einigen Jahren stemmte sich Apple öffentlichkeitswirksam gegen die Forderung der amerikanischen Regierung, das iPhone eines Attentäters zu entschlüsseln. Er argumentierte, wenn er eine solche Technologie entwickeln würde, könnte sie missbraucht werden. Insofern verwundern und beunruhigen die neuen Funktionen, die Apple jetzt für seine Geräte angekündigt hat.

          Das Ziel, damit die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet zu bremsen, ist fraglos nobel. Aber ohne Zweifel weicht die neue Technologie den Datenschutz von Apple-Produkten auf. Und so prinzipientreu sich Apple gerne gibt: Das Unternehmen ist auch opportunistisch und geht zum Beispiel in China Kompromisse ein, um es sich nicht mit der dortigen Regierung zu verscherzen. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass die neue Kinderschutztechnologie eines Tages für ganz andere Zwecke missbraucht werden könnte.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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