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„Die 100 Größten“ : Die unbekannten Riesen

Zahlreiche Spielzeughändler sind im Vedes-Verbund zusammengeschlossen Bild: dpa

Konzerne machen von sich reden. Man kennt ihre Führer, man weiß von ihren Strategien. Aber es gibt Umsatzmilliardäre, von denen kaum die Namen bekannt sind: die Verbundgruppen, in denen Mittelständler ihre Kraft bündeln.

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          Man kennt sie aus dem Alltagsbild der Städte: die Spielwarengeschäfte mit dem Vedes-Segel als Emblem, die Schuhgeschäfte mit dem Garant-Zeichen, die Sportgeschäfte namens Intersport oder Sport 2000. Im Radio oder Fernsehen tauchen neben den Werbeeinblendungen großer Konzerne auch immer wieder solche von Euronics oder den Musterhaus-Küchen auf. Diese Marken spielen am Markt eine große Rolle - und unterscheiden sich von den Mitbewerbern. Hinter diesen Namen steht nicht ein zentralistisch organisierter Konzern mit einer Zentrale und vielen meist identischen Filialen. Hinter diesen Namen stehen sogenannte Verbundgruppen und damit eine Vielzahl kleiner Familienbetriebe.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Verbundgruppen haben den Auftrag, ihre Mitglieder - in der Regel Genossen einer Genossenschaft - wirtschaftlich zu fördern. Sie sind meist als Kooperationen zur Bündelung des gemeinsamen Einkaufs gegründet worden, haben sich aber zunehmend zu Marketingkooperationen weiterentwickelt. Ihre Wirtschaftskraft ist beeindruckend: Der ZGV Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen e.V. vereint in 320 Verbundgruppen aus 45 Branchen rund 230 000 mittelständische Unternehmen.

          Die 320 Verbundgruppen kauften für ihre Mitglieder 2009 Ware im Wert von 180 Milliarden Euro ein. Dieser Einkaufswert oder Kooperationsumsatz ist auch die Basis unserer Tabelle der Verbundgruppen, die in diesem Jahr erstmals im Rahmen der „100 Größten“ erscheint (siehe: Die 100 größten Unternehmen 2010: Im Wirbel der Krise). Die wirkliche Bedeutung der Verbundgruppen ist allerdings noch größer. Der Außenumsatz - also der Umsatz der angeschlossenen 230 000 Unternehmen aus Handel, Handwerk und Dienstleistungen - liegt nach Schätzungen des ZGV bei rund 400 Milliarden Euro.

          Doch das ist eine Schätzung, wohingegen das Einkaufsvolumen der mittelständischen Mitglieder mit ihrer Zentrale eine ziemlich genau zu ermittelnde Größe ist. Diese Größe ist im vergangenen Jahr um 14,4 Prozent gestiegen. Das heißt vor allem, dass die Mitglieder in der Krise mehr über ihre eigene Kooperation einkaufen als selbst bei den Herstellern. Hier wirkt die Krise disziplinierend im Sinne der Verbundgruppen, sie dürfte aber auch der schwierigeren Geldbeschaffung bei den Banken geschuldet sein. Verbundgruppen geben für ihre Mitglieder Delkredere, also eine Zahlungsgarantie. Die Verbundgruppen haben ihre Bedeutung jedenfalls erhöht - zumindest gegenüber ihren Mitgliedern und damit auch gegenüber den Herstellern. Das erhöht auch die Aussagekraft der Kooperationsumsätze als Vergleichsmaßstab.

          Edeka und Rewe einst im Verbund gestartet

          Schwierigkeiten gibt es neben vergleichbaren Zahlen auch bei der Abgrenzung der Verbundgruppen von anderen Wirtschaftsformen. Auch die Einzelhandelsgruppen Edeka und Rewe sind als Kooperationen selbständiger Einzelhändler gegründet worden. Sie haben sich jedoch weiterentwickelt und haben heute neben dem Zuliefergeschäft für selbständige Edeka- und Rewe-Kaufleute auch ein großes Filialgeschäft. Vor allem Edeka betont immer das Wachstumspotential und den Wachstumsbeitrag der selbständigen Kaufleute zur gesamten Gruppe. Beide Gruppen sind aber aus dieser Tabelle, die sie angeführt hätten, herausgenommen worden. Zum einen deshalb, weil sie mit ihren Konzernumsätzen auch in den Tabellen der größten Unternehmen Deutschlands und Europas ohnehin auftauchen. Ihre Daten gäben dem Leser keine Zusatzinformation. Zum zweiten aber auch wegen ihrer Zwitterstellung. Sie sind keine echten Verbundgruppen im klassischen Sinn. Zudem würde die Rewe-Gruppe mit ihrem Auslandsumsatz die Daten verzerren.

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